Domleschg GR plant Trinkwassertransporte per Lastwagen gegen Wasserknappheit
Die Bündner Gemeinde Domleschg reagiert auf sinkende Quellschüttungen in den Ortsteilen Feldis und Scheid mit einer Notlösung: Sie will Trinkwasser mit Lastwagen aus dem Tal in die Bergdörfer transportieren. Das Wasser reicht in Feldis noch bis Anfang November, in Scheid bis Mitte Dezember.
Seit dem Sommer liefern die Quellen in Feldis und Scheid immer weniger Wasser. Ende August erreichte die Quelle einen neuen Tiefstand, das Reservoir ist praktisch leer. Aus den Brunnen in beiden Dörfern fliesst bereits seit fünf Wochen kein Wasser mehr. Die Gemeinde hat berechnet, dass das Wasser in Feldis noch bis Anfang November und in Scheid bis Mitte Dezember reicht.
Die Gemeinde mietet einen Lastwagen und zwei Trinkwassersilos, um Wasser aus dem Tal in die Ortsteile zu transportieren. Pro Fahrt können rund 25'000 Liter transportiert werden. «Damit könnten wir im absoluten Notfall mit sechs bis acht Fahrten das Wassernetz in Feldis und Scheid stützen», erklärte Gemeindepräsident Pius Giger. Der normale Tagesverbrauch liegt in Scheid bei rund 50 bis 60 Kubikmeter und in Feldis bei etwa 60 Kubikmeter. Diese Massnahme ist gemäss Giger in der Gemeinde noch nie ergriffen worden. Andere Wassersparmassnahmen wie das Abstellen von Dorfbrunnen seien aber bereits mehrmals getroffen worden.
Die Kosten für die Massnahme fallen gemäss Giger relativ moderat aus, weil die Gemeinde einen Mitarbeiter mit Lastwagenprüfung hat und nur den Lastwagen sowie die Wassersilos mieten muss. Genaue Zahlen wollte Giger noch nicht nennen, da Abklärungen laufen. Teurer wird es über die Festtage: In Feldis steigt der Wasserverbrauch dann auf rund 200 Kubikmeter pro Tag, wenn viermal mehr Personen als sonst in den Dörfern sind.
Die Notlösung soll die Versorgung bis im Frühling sicherstellen, wenn die Sanierung der Quellfassung ansteht. Giger betont: «Kurzfristig reicht die Massnahme, die wir miteinander besprochen haben – langfristig müssen wir neu denken – auch in der Schweiz.» Am Montagabend informierte die Gemeinde rund hundert bis 150 Einwohnerinnen und Einwohner über die geplanten Massnahmen. Die meisten zeigten laut einer Umfrage Verständnis für die Sparappelle. Mehrere äusserten aber auch Sorgen über die weitere Entwicklung und fragten sich, ob sich auch Gäste an die Sparvorgaben halten würden. Gemeindepräsident Giger zog eine positive Bilanz zum Informationsabend und betonte, dass das Ziel nicht sei, Angst zu schüren, sondern Sicherheit zu vermitteln, dass die Trinkwasserversorgung gewährleistet werden könne.
Quellen
20 Minuten: LKW muss Bündner Gemeinde mit Wasser versorgen
SRF News: Wasserknappheit im Domleschg – Wenn das Trinkwasser mit Lastwagen ins Dorf kommt
SRF News: Wasserknappheit im Domleschg – Quellen versiegen – Trinkwasser muss per LKW geliefert werden
Nau.ch: Domleschg GR: Gemeinde braucht bald Wasser per Lastwagen
Nau.ch: Domleschg GR plant Trinkwasserlieferungen mit Lastwagen