Trump fordert Erschiessung von Informanten, die Militärpläne an die Presse weitergeben
US-Präsident Donald Trump hat bei einer Wahlkampfveranstaltung in Arizona gefordert, Informanten zu erschiessen, die Informationen zu US-Militäreinsätzen an die Presse weitergeben. Er bezog sich auf einen unbekannten Tippgeber, der den Zeitpunkt der Angriffe auf iranische Atomanlagen an Journalisten weitergegeben haben soll.
Trump äusserte sich bei der Veranstaltung über den mutmasslichen Tippgeber. «Informanten sollten meiner Meinung nach erschossen werden», sagte er und fügte hinzu, dies sei auch «in den alten Zeiten» üblich gewesen. Für seine restliche Amtszeit kündigte er drastische Schritte an, «die niemand zuvor gesehen hat».
Die US-Streitkräfte hatten im Juni 2025 im Rahmen der «Operation Midnight Hammer» die iranischen Uran-Anreicherungsanlagen in Natans und Fordo sowie eine Atomeinrichtung in Isfahan bombardiert. Trump rechtfertigt den Militäreinsatz und seinen Krieg gegen den Iran immer wieder damit, dass die Islamische Republik, die mit dem Verbündeten Israel verfeindet ist, keine Atombomben haben dürfe. Die Führung in Teheran beteuert, das Atomprogramm diene nur zivilen Zwecken. Diese Darstellung wird nicht nur in den USA und Israel bezweifelt.
In den USA flammte die Debatte über die Todesstrafe wieder auf. Das Pentagon plant erstmals seit 65 Jahren wieder eine Militärhinrichtung, die laut Verteidigungsminister Pete Hegseth per Livestream übertragen werden soll. Die Exekution des verurteilten Attentäters Nidal Hasan, der 2009 ein Massaker auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood in Texas verübte, ist für den 3. Dezember geplant und soll am damaligen Tatort stattfinden. Vor allem die angedachte Live-Übertragung löste eine Welle der Kritik aus.
Zusätzlich angeheizt wurde die Debatte durch das jüngste Scheitern einer Hinrichtung im Bundesstaat Tennessee. Behördenangaben zufolge wurden der verurteilten Mörderin Christa Pike zwei Dosen des Mittels Pentobarbital injiziert, doch die 50-Jährige überlebte. Pike sollte als erste Frau seit mehr als 200 Jahren in Tennessee hingerichtet werden.
Quellen
Blick: Trump droht Informanten mit Erschiessen
Nau.ch: Trump würde Informanten für Geheimnisverrat erschiessen lassen