Betrugsdelikte in der Schweiz haben sich seit 2022 fast verdoppelt
Eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Universität St. Gallen zeigt einen starken Anstieg von Betrugsdelikten in der Schweiz. Fast 16 Prozent der Befragten gaben an, 2025 von einem Betrugsdelikt betroffen gewesen zu sein – gegenüber 8,4 Prozent im Jahr 2022.
Der «Crime Survey 2025» basiert auf einer repräsentativen Befragung von 13'499 Personen zwischen 16 und 80 Jahren. Besonders stark stiegen die Betrugsdelikte an: Innerhalb eines Jahres waren 15,9 Prozent der Befragten betroffen. 75 Prozent der Betrugsdelikte liefen mittlerweile über soziale Medien und das Internet ab.
Auch andere Eigentumsdelikte nahmen zu: Diebstahl von persönlichem Eigentum stieg von 3 auf 4,3 Prozent, Diebstähle aus Autos von 1,2 auf 2,7 Prozent. Bei sexuellen Gewaltdelikten wurde kein Anstieg verzeichnet, bei sexueller Belästigung hingegen schon, von 4,3 auf 6,2 Prozent. Co-Projektleiter Dirk Baier führt den Anstieg der registrierten Straftaten primär auf eine reale Kriminalitätszunahme zurück, da die Anzeigeraten nahezu unverändert blieben.
Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung hat sich leicht verschlechtert: Fühlten sich 2022 nach Einbruch der Dunkelheit noch 87,6 Prozent der Befragten in ihrer Wohngegend sicher, sind es aktuell 83,1 Prozent. 37,9 Prozent kritisierten eine zu geringe Polizeipräsenz, gegenüber 28,9 Prozent im Jahr 2022. Das Vertrauen in die Polizei bleibe jedoch hoch. Co-Projektleiterin Nora Markwalder betonte: «Die Entwicklung sollten wir ernst nehmen, ohne sie zu dramatisieren. Trotz des rückläufigen Sicherheitsgefühls nimmt die Bevölkerung die Schweiz weiterhin als sicheres Land wahr.»
Bemerkenswert ist die Veränderung beim Delikt des Cybermobbings: Die Anzeigerate stieg, und dreimal mehr Betroffene äusserten sich 2025 zufrieden mit der Behandlung durch die Polizei (Anstieg von 21,1 auf 63,6 Prozent). Ein Zusatzbericht zur häuslichen Gewalt zeigt, dass der Gesamtanteil der Betroffenen im Fünfjahresvergleich stabil blieb, Frauen jedoch mit 5,4 Prozent weiterhin signifikant häufiger betroffen sind als Männer mit 2,2 Prozent.
Quellen
Nau.ch: Starker Anstieg von Betrugsdelikten in der Schweiz
zentralplus: CH: Betrugsdelikte nehmen zu
blue News: Studie zeigt starken Anstieg von Betrugsdelikten seit 2022