Hunderte warten in Zürich im Regen drei bis vier Stunden auf die Stimmabgabe in Serbien
In Serbien wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Vor dem serbischen Konsulat in Zürich standen Hunderte im Regen an, die Wartezeit betrug teils drei bis vier Stunden.
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl sind am Sonntag rund 6,4 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, die 250 Abgeordneten der Volksversammlung zu wählen. Aleksandar Vucic, der die Politik des Landes seit 2012 in wechselnden Funktionen bestimmt, war Ende September als Staatspräsident zurückgetreten, um im Falle eines Wahlerfolgs seiner Partei Regierungschef zu werden. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen seiner Serbischen Fortschrittspartei (SNS) und der Liste «Die Studenten siegen» voraus.
Die Studentenliste ist aus der Bewegung hervorgegangen, die nach dem Einsturz des Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024 entstand; dabei kamen 16 Menschen ums Leben. Angeführt wird die Liste vom Kardiologen Ilija Srdanovic aus Novi Sad. Sie besteht vor allem aus Lehrkräften, Ärzten und Künstlern, die Entscheidungen fallen in basisdemokratischen Versammlungen. Das Elf-Punkte-Programm steht unter dem Motto «Serbien oder die Mafia» und verspricht die Wiederherstellung von Rechtsstaat und Demokratie sowie die Verfolgung von Korruption und Kriminalität. Zum künftigen Verhältnis zur EU äussert sich die Liste nicht.
Vor dem serbischen Konsulat an der Alfred-Escher-Strasse bildete sich am Sonntagmorgen eine lange Schlange. Ein Leser berichtete von einem «Riesenandrang» und einer Wartezeit von rund drei bis vier Stunden. Am Zürcher Kongresshaus bildeten sich zeitgleich Schlangen für die Präsidentschaftswahl in Brasilien. Berichten zufolge versucht die Regierung in Belgrad offenbar, die Stimmabgabe der Diaspora zu erschweren, was Betroffene in der Schweiz empört.
Kritiker werfen Vucic Korruption, den Abbau der Demokratie und Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor. Zivilgesellschaftliche Gruppen warnten, die Voraussetzungen für «freie und faire Wahlen» fehlten; in den letzten Monaten gab es Berichte über Drohungen und Einschüchterungsversuche gegen studentische Demonstranten. Vucic beschuldigt die Bewegung, ein aus dem Ausland finanzierter Putschversuch zu sein, und warnt, die Beziehungen zu Russland und China würden leiden, falls die Studenten gewinnen. Die Ergebnisse werden am späten Abend und in der Nacht erwartet.
Quellen
SRF News: Riesige Wahlbeteiligung – Wahl in Serbien – Aufregung in der Schweizer Diaspora
20 Minuten: «Seit vier Stunden»: Hunderte Serben stehen für Wahl Schlange
zentralplus: Lange Schlangen vor Wahllokalen
Nau.ch: Richtungswahl: Mega-Schlange vor serbischem Konsulat in Zürich
blue News: Lange Schlangen in Zürich vor Brasilien- und Serbien-Wahl
Blick: Lange Warteschlange vor serbischem Konsulat in Zürich
Blick: Hunderte stehen vor Konsulat in Zürich Schlange
zentralplus: Vorgezogene Parlamentswahl in Serbien
Nau.ch: Richtungswahl entscheidet über die Zukunft Serbiens
blue News: Richtungswahl entscheidet über die Zukunft Serbiens
20 Minuten: Gelingt es den serbischen Studierenden, Vucic zu entmachten?
Tages-Anzeiger: Parlamentswahl in Serbien: Wie das Belgrader Regime die Diaspora in der Schweiz an der Wahlteilnahme hindert
SRF News: Parlamentswahl in Serbien – Gelingt den Studierenden der grosse Coup?
zentralplus: Abschlusskundgebung in Belgrad
blue News: Serbien: Zehntausende bei Schlusskundgebung der Studenten
Nau.ch: Serbien: Zehntausende bei Schlusskundgebung der Studenten
NZZ: Sie sind jung, kompromisslos und siegessicher: Serbiens Studenten wollen Vucic stürzen
Tages-Anzeiger: Vor den Wahlen in Serbien: Nach zwei Jahren Protest könnte es nun erstmals eng werden für Vucic