Trumps neue Sprecherin Katie Zacharia gerät wegen falscher Angaben unter Druck
Katie Zacharia hat ihren ersten Auftritt als Pressesprecherin des Weissen Hauses nach nur 14 Minuten und drei Fragen beendet. Kurz darauf wurde sie wegen falscher Angaben zu ihrer Anwaltszulassung kritisiert – obwohl sie sich öffentlich als «Anwältin» bezeichnet, gibt es keine Belege für eine US-Zulassung.
Bei ihrer Pressekonferenz am Dienstag wirkte Zacharia nervös und verhaspelte sich mehrfach. Auf ihre Familie angesprochen, sagte sie «mein Präsident» statt «mein Ehemann» – einen Fehler, den sie mit einem Scherz kommentierte. Nach einer längeren Eröffnungserklärung liess sie nur drei Journalisten Fragen stellen, ehe sie die Runde mit Verweis auf Präsident Trumps bevorstehende Reise nach Alaska abbrach. Ihr gesamter Auftritt dauerte weniger als eine Viertelstunde. Bemerkenswert war, dass die erste Frage vom rechten Onlinemedium «Breitbart» kam, während etablierte Medienhäuser hinten anstehen mussten.
Kurz nach ihrem Debüt geriet Zacharia unter Druck: Die «Washington Post» und andere US-Medien berichteten, sie habe Falschangaben in ihrem Lebenslauf gemacht. Die 41-Jährige bezeichne sich öffentlich als «Anwältin», obwohl eine Zulassung als Anwältin in den USA nicht nachgewiesen ist. Bei einer Journalistenfrage am Dienstag, in welchem US-Bundesstaat sie ihre Anwaltsprüfung abgelegt habe, antwortete Zacharia: «Als ich nach China gezogen bin.» Laut ihrem LinkedIn-Profil arbeitete sie zwischen 2011 und 2013 für eine Anwaltskanzlei in Peking. Das Weisse Haus verweist auf diese Tätigkeit als Qualifikation, doch Rechtsexperten weisen darauf hin, dass Ausländer in China zwar für Kanzleien arbeiten können, die Anwaltsprüfung aber chinesischen Staatsangehörigen vorbehalten ist. Die Ethikorganisation Campaign for Accountability forderte die Anwaltskammer Kaliforniens auf, eine Untersuchung einzuleiten.
Zacharia ist eine überzeugte Konservative und loyale Trump-Anhängerin. Sie studierte Jura an der kalifornischen Pepperdine University, absolvierte ein Praktikum im Weissen Haus unter George W. Bush und trat später als Kommentatorin bei Fox News und dem rechtskonservativen Sender Newsmax auf. Anfang 2026 arbeitete sie kurzzeitig im US-Heimatschutzministerium, bevor sie zu Trumps Medienunternehmen wechselte. Trump ernannte sie am 9. Oktober zur Pressesprecherin. Sie ist die Nachfolgerin von Karoline Leavitt, die ihr Amt Ende August aufgegeben hatte.
In der Vergangenheit fiel Zacharia durch die Verbreitung von Verschwörungstheorien auf. 2022 beschuldigte sie den demokratischen Politikberater John Podesta der Pädophilie – ein Vorwurf, der an die Falschbehauptung «Pizzagate» anknüpft, wonach Clinton und Podesta von einer Pizzeria aus einen Kinderpornografie-Ring betrieben hätten. Zudem teilte sie laut gelöschten Posts eine Verschwörungserzählung über die frühere First Lady Michelle Obama. Ein nicht namentlich genannter Regierungsbeamter äusserte sich kritisch zu Zacharias Start: «Sie muss sich schnell deutlich verbessern, sonst bricht sie Scaramuccis Rekord.» Anthony Scaramucci war in Trumps erster Amtszeit nach nur zehn Tagen als Kommunikationsdirektor entlassen worden.
Quellen
Tages-Anzeiger: Nachfolgerin von Karoline Leavitt: 15 Minuten Nervosität: Katie Zacharia verstolpert Debüt als Trump-Sprecherin
20 Minuten: Zweifel an Lebenslauf: Neue Trump-Sprecherin bereits unter Druck
SRF News: Holpriger Start in Washington – Trumps neue Sprecherin: Loyal, konservativ, umstritten
NZZ: Trumps neue Pressesprecherin Katie Zacharia legt einen holprigen Start hin
Nau.ch: Trumps neue Sprecherin bricht ersten Auftritt früh ab
blue News: Trumps Sprecherin blamiert sich – Weisses Haus feiert Zacharias Auftritt trotzdem
Blick: Trumps neue Pressesprecherin mit holprigem Auftritt
20 Minuten: «Mein Präsident, äh, Ehemann»: Patzer von Trumps neuer Sprecherin
Tages-Anzeiger: Holpriger Start im Weissen Haus: Trumps neue Sprecherin beendet Auftritt nach wenigen Minuten
Nau.ch: Neue Trump-Sprecherin beendet Auftritt nach wenigen Minuten
blue News: Trumps neue Sprecherin Katie Zacharia tritt erstmals vor die Medien – es endet im totalen Flop