Trumps neue Sprecherin Zacharia gerät wegen falscher Angaben zur Anwaltszulassung unter Druck
Katie Zacharia hat ihren ersten Auftritt als Pressesprecherin des Weissen Hauses nach nur 14 Minuten und drei Fragen beendet. Kurz darauf wurde sie wegen falscher Angaben zu ihrer Anwaltszulassung kritisiert – obwohl sie sich öffentlich als «Anwältin» bezeichnet, hat sie offenbar die US-Anwaltsprüfung nicht bestanden.
Zacharia las ihre Eröffnungserklärung weitgehend ab und verhaspelte sich mehrfach. Auf ihre Familie angesprochen, sprach sie versehentlich von «meinem Präsidenten» statt von «meinem Ehemann». Sie begründete das vorzeitige Ende der Pressekonferenz mit einer bevorstehenden Reise von US-Präsident Donald Trump nach Alaska. Als erste Frage nahm sie nicht von einem etablierten Medienbetrieb an, sondern vom rechten Onlineportal «Breitbart».
Zacharia studierte bis 2011 Jura an der kalifornischen Pepperdine University und arbeitete danach zwei Jahre für eine Anwaltskanzlei in Peking. Laut dem «Wall Street Journal» bestand sie die US-Anwaltsprüfung nicht. Auch in den übrigen 49 Bundesstaaten ist keine Zulassung zu finden. Das Weisse Haus verweist auf ihre frühere Tätigkeit in Peking, doch Rechtsexperten zufolge ist die Anwaltsprüfung in China chinesischen Staatsangehörigen vorbehalten. Bei Fernsehauftritten und in sozialen Netzwerken bezeichnete sich Zacharia wiederholt als «Anwältin». Die Ethikorganisation Campaign for Accountability forderte die Anwaltskammer Kaliforniens auf, eine Untersuchung einzuleiten.
Zacharia ist eine überzeugte Konservative und ehemalige Fernsehkommentatorin bei Fox News und Newsmax. Sie engagierte sich früh bei den Republikanern, absolvierte ein Praktikum im Weissen Haus unter George W. Bush und arbeitete Anfang 2026 kurzzeitig im US-Heimatschutzministerium. Danach wechselte sie zu Trumps Medienunternehmen Trump Media and Technology. Trump ernannte sie am 9. Oktober zur Pressesprecherin des Weissen Hauses. Sie ist die Nachfolgerin von Karoline Leavitt, die ihr Amt Ende August aufgegeben hatte.
In der Vergangenheit fiel Zacharia mehrfach durch die Verbreitung von Verschwörungstheorien auf. 2022 beschuldigte sie den demokratischen Politikberater John Podesta der Pädophilie – ein Vorwurf, der an die Verschwörungserzählung «Pizzagate» anknüpft. Sie teilte zudem eine Verschwörungserzählung rund um die frühere First Lady Michelle Obama und die Komikerin Joan Rivers. Ein nicht namentlich genannter Regierungsbeamter äusserte sich kritisch zu ihrem Start: «Sie muss sich schnell deutlich verbessern, sonst bricht sie Scaramuccis Rekord.» Anthony Scaramucci war in Trumps erster Amtszeit nach zehn Tagen als Kommunikationsdirektor entlassen worden.
Quellen
Tages-Anzeiger: Katie Zacharia: Trumps neue Sprecherin bezeichnet sich Anwältin – eine Zulassung hat sie aber nicht
blue News: Trumps neue Sprecherin nennt sich Anwältin – aber sie hat offenbar die Anwaltsprüfung nicht bestanden
blue News: Trumps neue Sprecherin nennt sich Anwältin – doch offenbar ist sie keine
Tages-Anzeiger: Nachfolgerin von Karoline Leavitt: 15 Minuten Nervosität: Katie Zacharia verstolpert Debüt als Trump-Sprecherin
20 Minuten: Zweifel an Lebenslauf: Neue Trump-Sprecherin bereits unter Druck
SRF News: Holpriger Start in Washington – Trumps neue Sprecherin: Loyal, konservativ, umstritten
NZZ: Trumps neue Pressesprecherin Katie Zacharia legt einen holprigen Start hin
Nau.ch: Trumps neue Sprecherin bricht ersten Auftritt früh ab
blue News: Trumps Sprecherin blamiert sich – Weisses Haus feiert Zacharias Auftritt trotzdem
Blick: Trumps neue Pressesprecherin mit holprigem Auftritt
20 Minuten: «Mein Präsident, äh, Ehemann»: Patzer von Trumps neuer Sprecherin
Tages-Anzeiger: Holpriger Start im Weissen Haus: Trumps neue Sprecherin beendet Auftritt nach wenigen Minuten
Nau.ch: Neue Trump-Sprecherin beendet Auftritt nach wenigen Minuten
blue News: Trumps neue Sprecherin Katie Zacharia tritt erstmals vor die Medien – es endet im totalen Flop