Winterthur vertreibt 15 Rehe vom Friedhof Rosenberg und rüstet Tore nach
Die Stadt Winterthur hat am Montagmorgen 15 Rehe vom Friedhof Rosenberg in den angrenzenden Wald getrieben. Grund waren Reklamationen von Trauergästen, die sich über angefressenen Grabschmuck beschwert hatten.
Mitarbeitende von Stadtgrün Winterthur führten die Vertreibungsaktion in Absprache mit der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung durch. Dazu wurde der Zaun im Nordwestteil des Friedhofs vorübergehend abmontiert. Treibergruppen durchkämmten das Areal von Osten her und trieben die Rehe langsam und ruhig nach Westen in den Wald zurück. Weder Tiere noch Menschen wurden bei der Aktion verletzt.
Das historische Haupttor wurde ebenfalls mit einem automatischen Schliessmechanismus ausgestattet. Zudem wurde die Einfriedung des Friedhofs an einigen Stellen verbessert und erhöht. Der Stadtrat hatte diese Massnahmen im Juni mit einem Verpflichtungskredit von 100'000 Franken bewilligt.
Die Stadt mahnt Besucherinnen und Besucher zur Vorsicht und fordert sie auf, Türen auf der Waldseite des Friedhofs nach der Benutzung zu schliessen und nicht zu blockieren. Allerdings kann die Stadt nicht ausschliessen, dass einzelne Rehe zurückkehren. Im Februar 2025 hatten über 100 Mitarbeitende bereits eine erste Vertreibungsaktion durchgeführt; einzelne Tiere waren danach zurückgekehrt. Das Ziel von Stadtgrün Winterthur ist es, ein gutes Gleichgewicht zwischen natürlicher Fauna und Flora und den Bedürfnissen der trauernden Hinterbliebenen aufrechtzuerhalten.
Quellen
NZZ: Sie fressen Grabschmuck: Rehe aus dem grössten Friedhof Winterthurs vertrieben
Tages-Anzeiger: Tiere aus dem Lindbergwald: Rehe fressen Grabschmuck – jetzt hat Winterthur den Friedhof aufgerüstet
20 Minuten: Stadt vertreibt Rehe vom Friedhof, weil sie Grabschmuck frassen
Nau.ch: Stadt Winterthur vertreibt Rehe vom Friedhof