Tausende Raupen der Einpunkt-Graseule fressen Felder im Sarganserland kahl
Im Sarganserland haben seit September Tausende Raupen der Einpunkt-Graseule Wiesen und Felder kahl gefressen. Die Bauern erhalten keine finanzielle Entschädigung, da im Kanton St. Gallen die rechtliche Grundlage fehlt.
Die Raupen tauchten im September in der Region Sargans auf und sind laut dem St. Galler Amt für Landwirtschaft in der ganzen Region von Wartau bis zum Walensee verbreitet. Bauer Thomas Willi sagt, der nach dem trockenen Sommer geplante Grasschnitt sei deutlich kleiner ausgefallen, weil die Raupen alles ausser dem Löwenzahn weggefressen hätten. In Sargans kleben die Tiere an Hauswänden; Anwohnerin Nadja Sieber muss die Fassade täglich von ihnen befreien. Auf den Strassen werden Hunderte überfahren.
Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei stuft das massenhafte Auftreten als natürliches Phänomen ein, die Raupen seien einheimisch. Von einer grossflächigen Behandlung mit dem Insektizid DelFIN rät es ab, da auch andere, nicht schädliche Insekten betroffen sein könnten. Massenvermehrungen treten laut Merkblatt etwa alle zehn Jahre auf. Das Amt für Landwirtschaft empfiehlt, mit der Aussaat von Getreide zuzuwarten und Kühe nicht auf die Weide zu lassen. Es hoffe auf einen kalten Winter; mehr als das Merkblatt könne es nicht tun.
Quellen
Nau.ch: Sarganserland: Tausende Raupen sorgen für grosse Schäden
SRF News: Einpunkt-Graseule – «Wie im Horrorfilm» – Tausende Raupen im Sarganserland