Schweizer Behörden geben keine Details zu Sicherheitsmassnahmen beim Nati-Spiel gegen Israel preis
Vor dem WM-Playoff-Rückspiel der Schweizer Frauenfussball-Nationalmannschaft gegen Israel am Dienstag in Sion stellen sich Sicherheitsfragen. Die zuständigen Behörden halten sich zu Details bedeckt – etwa ob israelische bewaffnete Sicherheitskräfte das Team begleiten oder wie das Sicherheitsdispositiv aussieht.
Die Schweizerinnen gehen mit einem 7:3-Sieg aus dem Hinspiel ins Rückspiel. Nati-Verteidigerin Viola Calligaris betont: «Wir müssen dennoch fokussiert bleiben» und «können das gut separieren und uns auf das Spiel fokussieren». Im Vorfeld gab es Debatten über einen möglichen Boykott der Partie. Der Schweizerische Fussballverband stellte es einzelnen Spielerinnen frei, auf einen Einsatz gegen Israel zu verzichten – davon machte aber keine Spielerin Gebrauch. Mit Trauerflor beim Hinspiel und einer Schweigeminute im Abschlusstraining gedachten die Spielerinnen der Kriegsopfer weltweit.
Die Kantonspolizei Wallis erklärt, dass «das Sicherheitsdispositiv bis zum Tag der Begegnung angepasst werden» kann. Zur konkreten Einstufung als Hochrisikospiel oder zu einem erhöhten Sicherheitsaufwand äussert sich die Polizei nicht – «aus operativen Gründen». Auch der Schweizerische Fussballverband lässt dies offen. Zur Frage, ob israelische Sicherheitskräfte das Nationalteam begleiten, sagt die Kantonspolizei: «Zu einer allfälligen Sicherheitsbegleitung der israelischen Delegation sowie deren Zusammensetzung machen wir aus Sicherheitsgründen keine Angaben.» Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) erklärt, dass es Prüf- und Bewilligungsbehörde für Waffeneinfuhr wäre, kann aber «weder bestätigen noch dementieren, ob in einem Einzelfall Waffentragbewilligungen erteilt wurden».
Historischer Hintergrund: Bei den Olympischen Spielen 1972 in München überfielen Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation «Schwarzer September» das Quartier des israelischen Teams. Zwei Delegationsmitglieder wurden ermordet, neun weitere als Geiseln genommen und bei der Befreiungsaktion getötet. Zudem starb ein deutscher Polizist. Seitdem verlässt sich Israel beim Schutz von Sportlerinnen und Sportlern nicht allein auf die Sicherheitskräfte des Gastgeberlandes. Vor den Olympischen Spielen in Paris 2024 berichtete die «Times of Israel», dass Angehörige des Sicherheitsdienstes Schin Bet die israelische Delegation schützen und bewaffnet seien.
Der Schweizerische Fussballverband teilt mit: «Wie bei allen Spielen des Nationalteams sind nur die Fahnen der beiden teilnehmenden Teams zugelassen.» Palästinensische Fahnen sind damit im Stadion nicht zugelassen. Am Eingang werden Stichkontrollen durchgeführt und nicht zugelassene Fahnen einbehalten.
Quellen
20 Minuten: Bewaffnete Israelis bei Nati-Spiel in Sion? Behörden schweigen
watson: Bewaffnete israelische Sicherheitskräfte in Sion? Behörden schweigen