Weltweite Entwaldung bleibt trotz Rückgang weit über Ziel für 2030
Die Entwaldung ist 2025 um 15 Prozent gesunken, bleibt aber deutlich über dem Zielwert. Laut einer Analyse der Beratungsagentur Climate Focus wurden 7 Millionen Hektar Wald abgeholzt, obwohl maximal 4,2 Millionen erlaubt wären, um das Ziel der 2021 eingegangenen Verpflichtung zu erreichen.
Mehr als 100 Staaten hatten sich 2021 auf dem Weltklimagipfel in Glasgow verpflichtet, die Zerstörung von Wäldern bis 2030 zu stoppen. Die Beratungsagentur Climate Focus hat nun mit Hilfe von Daten von über zwei Dutzend zivilgesellschaftlichen und Forschungsorganisationen eine Bestandsaufnahme erstellt, die «Forest Declaration Assessment» genannt wird.
Im Jahr 2025 wurden 7 Millionen Hektar Wald abgeholzt, was einem Rückgang von 15 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Zwischen 2018 und 2020 lag der Durchschnitt bei 8,3 Millionen Hektar pro Jahr. Um das Ziel von null Entwaldung bis 2030 zu erreichen, hätte die Abholzung ab 2021 jedes Jahr um eine Million Hektar sinken müssen. Stattdessen lag sie zwischen 2021 und 2024 kaum unter dem Niveau der Vorjahre. Für 2024 hätten maximal 5 Millionen Hektar abgeholzt werden dürfen, tatsächlich waren es 8 Millionen.
Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen liegt die Entwaldung im tropischen Afrika (2,4 Millionen Hektar im Kongobecken) auf ähnlichem Niveau wie in den Tropen Lateinamerikas (2,5 Millionen Hektar). Während Brasiliens Massnahmen unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zu einem Rückgang von 33 Prozent in der Region führten, zeigt das Kongobecken keinerlei Anzeichen für eine Verringerung. Die Entwaldung dort resultiert vor allem aus der Ausweitung der Landwirtschaft, Holzgewinnung und dem Bergbau.
Erin Matson, Hauptautorin des Berichts und leitende Beraterin bei Climate Focus, erklärt: «Es ist eine erfreuliche Nachricht, dass wir im Jahr 2025 15 Prozent weniger Wald verloren haben als im Jahr 2024, aber das sieht zum Teil nur deshalb so gut aus, weil die Vorjahre so schlecht waren.» Co-Autor Ivan Palmegiani betont, dass die zugrunde liegenden Kräfte der Waldzerstörung – verzerrte wirtschaftliche Anreize, schwaches Regierungshandeln und unzureichender Schutz für indigene Völker – nach wie vor allgegenwärtig sind.
Quellen
Nau.ch: Länder holzen laut Analyse viel zu viel Regenwald ab
blue News: Länder holzen laut Analyse viel zu viel Regenwald ab