Paris bleibt nach den Krawallen ruhig – Polizei nimmt Limoges-Verdächtigen fest
Paris blieb am Montag nach den Krawallen ruhig. Im Zusammenhang mit dem Brand im Rathaus von Limoges nahm die Polizei einen Verdächtigen fest.
Die Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten, steigende Energiepreise und Sparpläne der Regierung hatten sich seit Anfang Monat aus Protesten von Schülern und Studierenden gegen Missstände im Bildungssystem zu einer landesweiten Sozialbewegung ausgeweitet. Am Wochenende kam es zu Strassenschlachten mit der Polizei und zu Plünderungen. Laut Angaben der Regierung wurden mindestens 3000 Geschäfte beschädigt oder geplündert, wie Handelsminister Serge Papin mitteilte. 2400 Personen wurden festgenommen, fast 1000 Polizisten wurden verletzt.
Premierminister Sébastien Lecornu kündigte nach einem Krisentreffen der Regierung örtlich begrenzte Ausgangssperren an. Diese sollen «teilweise» und «sehr lokal begrenzt» sein; Ziel sei der Schutz von Personen und insbesondere von Geschäften. In Paris ist ab Montagabend, 23 Uhr, bis Dienstag, 6 Uhr, jede Anwesenheit in Bereichen um den Place de la République und im Viertel Les Halles untersagt. Ab 20 Uhr gelten zudem Versammlungs- und Demonstrationsverbote in bestimmten Vierteln. Für Minderjährige gelten in Lille, Douai, Wattignies und Denain Ausgangssperren zwischen 20 und 6 Uhr, im Zentrum von Nizza ab 21 Uhr. Innenminister Laurent Nuñez hatte seinen Rücktritt angeboten, Präsident Emmanuel Macron lehnte ihn ab. Nuñez wird vorgeworfen, zu spät reagiert zu haben.
Der Politikwissenschaftler Christoph Frei führt die Gewalt auf historische Gründe zurück: Frankreich habe nie gelernt, die Wut der Bevölkerung aufzufangen. Auch Macron trage eine Mitschuld an der Eskalation. Europäische Politiker stellen einen Zusammenhang mit der Migrationsdebatte und dem Grenzschutz her, obwohl fast alle Festgenommenen Franzosen sind.
In Paris blieb es am Montag ruhig. Am Place de la République wurde die Statue der Republik gereinigt, in einer Nebenstrasse lagen vier ausgebrannte Autos. Händler sicherten ihre Geschäfte mit Holzbarrikaden. Youssef, der seit 26 Jahren das Geschäft Foot Max leitet, sagte, sein Laden sei «an jenem Tag ermordet worden». Im Zusammenhang mit dem Brand im Rathaus von Limoges wurde ein Mann festgenommen. Dieser ist laut Angaben polizeibekannt und bei den Behörden als sicherheitsrelevant erfasst.
Quellen
20 Minuten: In Paris wird Verwüstung zur Touristenattraktion
20 Minuten: «Die schönste Stadt der Welt» riecht überall nach Verbranntem
zentralplus: Limoges-Verdächtiger festgenommen
NZZ: Die Gewalt in Frankreich befeuert die europäische Migrationsdebatte
zentralplus: Macron ist laut Experte mitschuldig
Blick: «Paris ist nicht mehr einladend für Besucher»
blue News: Erste französische Städte verhängen nächtliche Ausgangssperren
NZZ: Wer steckt hinter den Randalen in Frankreich?
NZZ: «Am Samstag haben wir die Kontrolle verloren» – Frankreichs Regierungschef Lecornu kündigt am Montag Ausgangssperren an
Nau.ch: Ausgangssperren vor neuen Protesten in Frankreich geplant
blue News: Ausgangssperren vor neuen Protesten in Frankreich geplant
zentralplus: Lecournu will Ausgangssperren
SRF News: Unruhen in Frankreich – Lokale Ausgangssperren verhängt – 3000 Geschäfte geplündert
Blick: Frankreichs Premier ordnet Ausgangssperren an
SRF News: Unruhen in Frankreich – Lokale Ausgangssperren angekündigt – 3000 Geschäfte geplündert
SRF News: Unruhen in Frankreich – Premierminister Lecornu kündigt Ausgangssperren an
SRF News: Unruhen in Frankreich – Premierminister Lecornu fordert Ausgangssperren in den Städten
SRF News: Unruhen in Frankreich – Marseille verbietet Demos ++ Gelbwesten kündigen neue Proteste an
SRF News: Unruhen in Frankreich – EDA: Anweisungen beachten ++ Marseille verbietet Demos
SRF News: Unruhen in Frankreich – Macron lehnt Rücktritt des Innenministers ab
SRF News: Nach Krawallen in Frankreich – Macron lehnt Rücktritt des Innenministers ab
20 Minuten: «Wir kommen wieder»: Plünderer bedrohen Ladenbesitzer
SRF News: Nach Krawallen in Frankreich – «Wut und Scham» – Macron verurteilt Gewalt
NZZ: Macron verurteilt Gewalt während Protesten: «Wir alle empfinden Wut und Scham»
zentralplus: Macron stellt Gespräche in Aussicht
blue News: Macron: Demonstrationen können notfalls verboten werden
Tages-Anzeiger: Unruhen in Frankreich: Macron verurteilt die Gewalt, verspricht aber nichts – ob das reicht?
zentralplus: Macron verurteilt Ausschreitungen
SRF News: Schwere Krawalle in Frankreich – Was bedeuten die ausufernden Proteste für Frankreich?
zentralplus: Politik verurteilt Gewalt bei Protesten
zentralplus: Krawalle erschüttern Frankreich
Nau.ch: «Entsetzliche Gewalt» bei Protesten erschüttert Frankreich
zentralplus: Frankreich zählt Schäden nach Krawallen
Nau.ch: Nach Protesttag in Frankreich werden Schäden sichtbar
SRF News: Nach Krawallen in Frankreich – Präsident Macron äussert sich zu den Massenprotesten
Tages-Anzeiger: Ausschreitungen in Frankreich: 150 verletzte Polizisten, 1200 Festnahmen, Rathaus in Flammen – Protesttag eskaliert
Tages-Anzeiger: Proteste in Frankreich: Schülerproteste: Erneut Ausschreitungen und Plünderungen in Paris
Nau.ch: Frankreichs Protesttag endet in Gewalt und Plünderungen
blue News: Frankreichs Protesttag endet in Gewalt und Plünderungen
blue News: «Entsetzliche Gewalt» bei Protesten erschüttert Frankreich
SRF News: Landesweite Proteste – Warum Frankreichs Strassen brennen – und was die Menschen fordern
blue News: 550'000 protestieren in Frankreich – Plünderungen und Gewalt
Tages-Anzeiger: Gewalt und Plünderungen: In Frankreich eskalieren die Proteste
20 Minuten: «Wir haben die Schnauze voll!» – Neue Proteste in Frankreich
Blick: Massenproteste eskalieren erneut
SRF News: Massenproteste in Frankreich – Zehntausende auf den Strassen: «Wir haben die Schnauze voll»