Nato präsentiert «Theorie des Sieges» gegen russische Invasion
Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich hat am Montag in Warschau eine «Theorie des Sieges» vorgestellt. Die dreistufige Abwehrstrategie soll Russland von einem Angriff auf Nato-Gebiet abschrecken und die Bündnispartner beruhigen.
Die Strategie wird von Grynkewich mit den Worten «Blockieren, abschwächen und brechen» zusammengefasst. Im ersten Schritt sollen die alliierten Streitkräfte einen Angriff an der Grenze sofort blockieren, um zu verhindern, dass der Feind Gebiete erobert. Im zweiten Schritt sollen vorrückende Truppen aus der Luft, von See und vom Land aus angegriffen werden, um dem Angriff die Dynamik zu nehmen. Im dritten Schritt, sollte der Angriff anhalten, sollen Nachschubwege, Kommunikationsverbindungen und Kommandonetzwerke des Feindes angegriffen werden.
Der Plan stütze sich auf Erfahrungen aus der Ukraine und dem Nahen Osten, erklärte Grynkewich. Konkret sollen Präzisionswaffen mit einer grossen Anzahl autonomer Systeme wie Drohnen kombiniert werden. Der General betonte, dass die Nato kein Interesse daran habe, das Territorium eines Gegners zu erobern. Indem die Allianz das Ziel auf die taktische und operative Neutralisierung des Gegners beschränke, wolle die Nato dem Feind jeglichen Vorwand für eine Eskalation nehmen.
Grynkewich versicherte, dass das Bündnis eine militärische Konfrontation mit Russland derzeit «nicht unmittelbar bevorstehend oder unvermeidlich» betrachte. Der General wies auch Zweifel an der Unterstützung der USA unter Trump zurück: «Ich möchte den einer Milliarde Bürgerinnen und Bürgern unseres Bündnisses versichern, dass wir die Lage im Griff haben. Wir wissen, was wir tun müssen. Wir wissen, wie wir es tun würden.»
Quellen
Tages-Anzeiger: Sicherheitsforum in Warschau: Dieser US-General soll Europa gegen einen russischen Angriff verteidigen
20 Minuten: «Theorie des Sieges»: So will Nato russische Invasion kontern
NZZ: «Abblocken, abstumpfen, zerschlagen»: Die Nato sendet mit neuer «Siegestheorie» eine Warnung an Moskau
Blick: Schreckt die «Theorie des Sieges» Putin ab?