Mehr als 40 Kontakte der an Ebola erkrankten Schweizerin sind in Quarantäne
Die in Nigeria an Ebola erkrankte Schweizerin ist die Ehefrau eines Mitarbeiters der Schweizer Botschaft in Abuja. Sie hat sich laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mutmasslich in Uganda angesteckt; das EDA bestreitet, dass sie auch im Kongo war.
Die Diagnose wurde am 20. Oktober 2026 gestellt. Die Frau wird seit rund einer Woche mit Symptomen in einer Privatklinik in Abuja behandelt. Ihr Ehemann ist in Isolation, zeigt aber keine Symptome. Laut EDA sind die beiden nicht in die Demokratische Republik Kongo gereist. Alle 25 anderen Mitarbeitenden der Botschaft (8 Schweizer, 17 Lokalangestellte) sind wohlauf. In Absprache mit dem nigerianischen Gesundheitsministerium und der WHO Nigeria müssen sie sich nicht in Isolation begeben. Die Botschaft ist geöffnet.
Die Schweizerin ist laut Angaben in Uganda geboren. Mehr als 40 ihrer Kontakte befinden sich in Quarantäne. Auch in Kenia wurde ein Fall gemeldet: Ein Geschäftsmann ist eingereist und hat bisher acht weitere Menschen angesteckt, über 100 Menschen sind dort in Quarantäne. Das Zentrum des Ausbruchs liegt in Kongo-Kinshasa, wo inzwischen mehr als 4600 Tote gezählt wurden.
Uganda hatte den Ebola-Ausbruch im Sommer für beendet erklärt; seit August wurden offiziell keine neuen Fälle gemeldet. Insgesamt waren 20 Infektionen registriert worden. Die britische Zeitung «The Guardian» zitierte ugandische Behörden mit der Aussage, die Frau sei zuerst im Kongo gewesen. WHO und EDA sagen dagegen, sie sei in Uganda, nicht aber im Kongo gewesen.
Laut Katrin Zöfel, Biologin und Wissenschaftsjournalistin, lässt sich die Gefahr für die Frau aus der Ferne nicht beurteilen. Für diese Ebola-Variante fehle ein spezifisches Medikament, die Sterblichkeit sei hoch; unterstützende Massnahmen wie der Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts könnten aber viel bewirken. Ob die Frau in die Schweiz zurückgebracht wird, ist noch nicht entschieden. Das EDA prüft eine Repatriierung. Laut Zöfel wäre eine Rückführung mit den richtigen Schutzmassnahmen möglich, ohne andere Menschen zu gefährden.
Quellen
SRF News: Schweizerin mit Ebola – Was bedeuten die neuen Ebola-Fälle in Nigeria und Kenia?
NZZ: Der ausser Kontrolle geratene Ebola-Ausbruch erreicht Nigeria – das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Erkrankt ist ausgerechnet eine Schweizerin
Nau.ch: Schweizerin in Nigeria an Ebola erkrankt
Tages-Anzeiger: EDA prüft Rückreise: Schweizerin in Nigeria an Ebola erkrankt
Nau.ch: EDA bestätigt: Schweizerin mit Ebola angesteckt
blue News: Schweizerin steckt sich mit Ebola an
20 Minuten: Schweizerin steckt sich in Uganda mit Ebola an
zentralplus: NIG: Schweizerin mit Ebola angesteckt
Blick: Schweizerin mit Ebola angesteckt
SRF News: Behandlung in Nigeria – Schweizerin mit Ebola angesteckt