Ab 2027 entfallen die Papiernachweise für Nothilfe und Sehtest beim Führerausweis
Ab 1. Januar 2027 muss der Verkehrskundeunterricht vor der Theorieprüfung besucht werden, die Theorieprüfung wird erweitert und der Papiernachweis für Nothilfekurs und Sehtest entfällt. Der Bundesrat hatte die Modernisierung der Fahrausbildung Ende 2025 beschlossen.
Der Verkehrskundeunterricht (VKU) kann künftig bereits sechs Monate vor dem Mindestalter besucht werden. Für Personenwagen der Kategorie B ist dies ab 16½ Jahren möglich. Der Lernfahrausweis wird weiterhin frühestens mit 17 Jahren erteilt. Bis 2003 galt bereits dieselbe Reihenfolge mit dem VKU vor der Theorieprüfung.
Im Zuge der Reform erhält der VKU ein inhaltliches Update. Fahrerassistenz- und Automatisierungssysteme bekommen mehr Gewicht, da die Fahrzeuge zunehmend komplexer werden. Am Umfang von acht Stunden ändert sich nichts. Willi Wismer, Geschäftsleiter des Fahrlehrerverbands L-drive Schweiz, hält dies angesichts der zusätzlichen Inhalte für zu wenig.
Wismer betont, ein Assistenzsystem sei nur eine Assistenz, der Lenker trage weiterhin die volle Verantwortung. Ältere Lenker schalten Assistenzsysteme nach seiner Beobachtung teils aus. Da in der Schweiz kein Fahrschul-Obligatorium besteht, lassen sich Lernende, die keine Fahrstunden nehmen, laut Wismer nur über den Pflichtunterricht erreichen.
Die Reform setzt zudem auf die Digitalisierung. Die Theorieprüfung wird erweitert, und Nothilfekurs sowie Sehtest müssen nicht mehr mit einem Papiernachweis belegt werden.
Quellen
blue News: Das ändert sich 2027 auf dem Weg zum Führerausweis
Tages-Anzeiger: Neue Regeln ab 2027: Diese Neuerungen gelten auf dem Weg zum Führerausweis
Autosprint: So ändert sich der Weg zum Führerausweis