Polizei wird bei Auflösung illegaler Party am Hardplatz stundenlang mit Raketen angegriffen
In der Nacht auf Sonntag hat die Stadtpolizei Zürich eine illegale Party am Hardplatz aufgelöst. Über 100 teils vermummte Personen griffen Einsatzkräfte stundenlang mit Feuerwerksraketen, Pflastersteinen und Glasflaschen an. Ein Polizist wurde verletzt, mehrere Polizeifahrzeuge erlitten Totalschaden, und rund zwei Dutzend Container wurden in Brand gesetzt – es gab aber keine Verhaftungen.
Die Polizei erhielt die Meldung über die illegale Party kurz nach 23 Uhr am Samstagabend. Sie duldete die Veranstaltung zunächst, griff aber ein, als Fahrzeuge beschädigt, Hausfassaden besprüht, Böller gezündet und Anwohnende belästigt wurden. Beim Versuch, die Party aufzulösen, wurden die Einsatzkräfte zunächst mit Pflastersteinen und Glasflaschen beworfen. Anschliessend seien Feuerwerksraketen gezielt auf die Polizistinnen und Polizisten abgeschossen worden. Die Polizei geht davon aus, dass solche Raketen bereits vor den Ausschreitungen deponiert worden waren.
Um die Lage unter Kontrolle zu bringen, setzte die Polizei Reizstoff, Wasserwerfer und Gummischrot ein. Die Einsatzkräfte mussten sich zeitweise zurückziehen. Gegen drei Uhr nachts konnte die Polizei die Party auflösen und beschlagnahmte eine Musikanlage. Die Bilanz: ein verletzter Polizist, mehrere beschädigte Polizeifahrzeuge, brennende Abfallcontainer sowie Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden.
Warum gab es keine Verhaftungen? Laut Stadtpolizei hätten zunächst die Wiederherstellung von Ordnung und Sicherheit sowie der Selbstschutz der Einsatzkräfte im Fokus gestanden. Um Verhaftungen vor Ort durchführen zu können, brauche es zusätzliche Einsatzkräfte. Ein entsprechendes Grossaufgebot lasse sich nicht «per Knopfdruck innert Minuten» organisieren. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Zürcher Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) zeigte sich gegenüber SRF schockiert über die Ereignisse. Die Angreifenden hätten bewusst in Kauf genommen, dass Polizistinnen und Polizisten schwer verletzt werden könnten. Auf die Frage nach zusätzlichen Polizeikräften verwies auch sie darauf, dass ein Grossaufgebot nicht innerhalb kurzer Zeit organisiert werden könne. Sie betonte, dass sie im Gemeinderat regelmässig zusätzliche Stellen für die Stadtpolizei beantrage, jedoch jeweils nur ein Teil davon bewilligt werde. Bei der Stadtpolizei sind derzeit rund 90 Stellen in der Frontabteilung unbesetzt. Rykart fordert trotzdem weitere neue Stellen, begründet dies mit Bevölkerungswachstum und steigender Anzahl Einsätze. Die Polizeischule erhöht ihre Kapazität: Die Zahl der Aspirantinnen und Aspiranten wurde von 70 auf 90 erhöht und soll im kommenden Jahr auf 115 steigen.
Quellen
Tsüri: 90 Jobs offen: Stadträtin Rykart fordert trotzdem mehr Stellen für Stadtpolizei
Tages-Anzeiger: Nach Krawallen am Zürcher Hardplatz: «Eine Verhaftung ist Nahkampf – da stösst der Rechtsstaat an seine Grenzen»
Blick: Wer steckt hinter den Angriffen auf die Polizei?
Blick: Kommen die Zürcher Chaoten wieder straffrei davon?
NZZ: «Züri isch ois»? – Die Stadtpolizei darf das Feld nicht den Krawallanten überlassen
Blick: «Stapo hätte hart durchgreifen müssen – ohne Wenn und Aber!»
watson: Nach Krawallen in Zürich: Polizei untersucht gezielte Angriffe
Blick: «Wer eine Party feiern will, nimmt keine Pflastersteine mit»
Blick: So schnell eskalierte die Gewalt am Hardplatz
NZZ: Raketen gegen Polizisten: Zürich erlebt eine Nacht der Gewalt – Spuren am Tatort deuten ins Milieu des FC Zürich
Tages-Anzeiger: Mehrstündige Krawalle: Was nach den Ausschreitungen am Zürcher Hardplatz bekannt ist
Blick: «Überall knallte es, fast wie Schüsse – so etwas habe ich in der Schweiz noch nie erlebt»
SRF News: Angriffe auf Polizei in Zürich – Zürcher Sicherheitsvorsteherin verurteilt Gewalt scharf
SRF News: Angriffe auf Polizei in Zürich – Offene Fragen nach einer Nacht voller Gewalt
Tsüri: Ausschreitungen beim Hardplatz: Bürgerliche werfen Linken vor, Gewalt zu dulden
20 Minuten: Raketen gegen Polizisten – was tut die Politik?
zentralplus: Zürich: Schwere Angriffe auf Polizei
Tages-Anzeiger: Krawall in Zürich: Vermummte greifen Polizei am Hardplatz mit Raketen und Steinen an
20 Minuten: Polizei will illegale Party auflösen – dann eskaliert es völlig
blue News: Krawalle in Zürich: Illegale Party mündete in Gewalt gegen Polizei