Google veröffentlicht KI-Modell Gemini 4 Argon weltweit für Entwickler und zahlende Nutzer
Google hat sein neues Flaggschiff-KI-Modell Gemini 4 Argon weltweit freigegeben. Das Modell ist ab sofort über die Gemini-API für Entwickler und Unternehmen sowie für zahlende Abonnenten von Google AI Pro und Ultra verfügbar.
Gemini 4 Argon ist nach Angaben von Google ein völlig neues Frontier-Modell und keine blosse Modifikation eines älteren Modells. Das Modell wurde auf Googles eigenen Tensor Processing Units trainiert und ist nativ multimodal – es verarbeitet Text, Bilder, Audio und Video als Input und gibt Text aus. Es verfügt über ein Kontextfenster von bis zu einer Million Token. Der Knowledge Cutoff liegt im März 2026; durch Live-Websuche können aber auch aktuelle Themen abgefragt werden.
Abonnenten von Google AI Pro und Ultra können auf Argon über die Gemini-App, den KI-Modus der Google-Suche und die Entwicklungsplattform Google Antigravity zugreifen. Für die API-Nutzung gelten zunächst Einführungspreise: zwei US-Dollar pro Million Eingabe-Tokens und zehn US-Dollar pro Million Ausgabe-Tokens. Ab dem 1. Dezember verdoppeln sich diese Preise auf vier beziehungsweise 20 US-Dollar. Für zwischengespeicherte Eingaben gewährt Google einen Rabatt von 95 Prozent bei erneuter Verwendung.
Google bewirbt Argon besonders für komplexe, mehrstufige Aufgaben in den Bereichen Programmierung, Finanzen, Recht, Cybersicherheit und Wissenschaft. Intern und bei Partnern habe das Modell bereits KI-gestützte Code-Einreichungen um mehr als 35 Prozent gesteigert, während Rollbacks um knapp ein Drittel sanken. Das Chrome-Team konnte damit einen rund 6 Millionen Zeilen umfassenden Altlasten-Ordner innerhalb weniger Wochen statt Monaten isolieren.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Cybersicherheit. Google erweitert sein Fairwind-Programm ab sofort auf Hunderte zusätzliche Partner. Das Sicherheitsunternehmen Wiz entdeckte mit Argon eine kritische Schwachstelle in einer Krankenhaussoftware, die nach Angaben von Google Hunderttausende Patientendaten besser schützte. Im Vergleich zu Gemini 3.1 Pro soll Argon ungerechtfertigte Verweigerungen von Anfragen reduzieren und diese in einem «nicht-belehrenden» Tonfall formulieren. Google nennt als bekannte Limitierungen Halluzinationen, gelegentliche Langsamkeit und Timeout-Probleme.
Quellen
Nau.ch: Gemini 4 Argon: Google öffnet Zugang zu neuer Spitzen-KI
futurezone: Google startet mit neuem KI-Modell Gemini 4 Argon
Caschys Blog: Google: Gemini 4 Argon startet für Entwickler und Abonnenten