Bundesrat beschliesst Beitritt der Schweiz zum Rüstungsprogramm «Knifefish»
Der Bundesrat hat am Mittwoch den Beitritt der Schweiz zum europäischen Programm «Knifefish» beschlossen. Das von den Niederlanden geführte Programm beschafft Systeme für den elektronischen Angriff, mit denen gegnerische elektromagnetische Signale erfasst, beeinflusst oder gestört werden können.
Konkret schliesst sich die Schweiz einem Memorandum of Understanding (MoU) an, wie es in einer Mitteilung heisst. Neben den Niederlanden beteiligen sich bereits Deutschland und Dänemark, Schweden plant einen Beitritt. Die Geräte ermöglichen es den Streitkräften, etwa Funk- oder Kommunikationsverbindungen des Gegners zu stören. Nach Angaben des Bundesrats modernisiert die Armee damit ihre Mittel für die elektronische Kriegsführung.
Das Abkommen verpflichtet die Schweiz nicht automatisch zu Käufen. Wie das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) festhält, kann die Schweiz von Fall zu Fall entscheiden, an welchen Beschaffungsprojekten sie sich beteiligt. Durch den Verbund profitiere sie von Skaleneffekten und einem vereinfachten Fachaustausch mit europäischen Partnerarmeen. Um die Neutralität zu gewährleisten, enthält die Vereinbarung eine bewährte Klausel: Die Schweiz kann sich jederzeit und ohne Frist zurückziehen, falls eines der Partnerländer in einen bewaffneten Konflikt verwickelt werden sollte.
Der Schritt baut auf dem Programm «Sawfish» auf, dessen Beitritt der Bundesrat im November 2025 genehmigt hatte. Während «Sawfish» taktische Systeme zur elektronischen Aufklärung betrifft, deckt «Knifefish» die aktive Störung und Abwehr ab. Beide Abkommen stehen im Einklang mit der Absicht des Bundesrats, die internationale Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich gezielt zu vertiefen.
Quellen
zentralplus: Schweiz macht bei Rüstungsprogramm mit
Nau.ch: Schweiz beteiligt sich an europäischem Rüstungsprogramm