Russische Raketen treffen Kiew mehrfach – Ukraine beklagt erneut fehlende Vorwarnungen der Verbündeten
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in mehreren Angriffen von russischen ballistischen Raketen und Drohnen getroffen worden. Die ukrainische Staatsführung beklagt, dass die Verbündeten Kiew auch diesmal nicht vorher gewarnt haben, obwohl dies sonst üblich ist.
Bei einem Drohnenangriff am 12. Oktober wurde mindestens ein Mensch getötet und knapp ein Dutzend verletzt. Eine Drohne schlug in ein 25-stöckiges Hochhaus im Ostteil Kiews ein, mehrere Autos gerieten in Brand, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte.
In der Nacht auf den 13. Oktober trafen ballistische Raketen erneut die Stadt. Ein neunstöckiges Wohngebäude ging in Flammen auf, es gab mindestens zwei Tote und mehr als 20 Verletzte. Unmittelbar nach Auslösung des Luftalarms seien schon die ersten Explosionen zu hören gewesen, berichtete das ukrainische Nachrichtenportal «The Kyiv Independent».
Wie schon am Vortag hätten die internationalen Partner auch diesmal keine Warnhinweise auf einfliegende Raketen gegeben, sagte der ukrainische Präsidentenberater Dmytro Lytwyn vor Journalisten. Auch die ukrainische Luftwaffe bestätigte dies. Die Raketen seien erst im Anflug auf Kiew von den Radaren entdeckt worden.
In der Nacht auf Mittwoch, den 14. Oktober, griff Russland die Stadt erneut massiv an. Nach Angaben von Bürgermeister Klitschko wurden mehrere Menschen getötet und Dutzende verletzt. Mehrere Energieanlagen waren Ziel der Angriffe, was zu Stromausfällen führte. Mindestens 600'000 Menschen waren ohne Strom.
Die Ukraine verlässt sich seit 2022 vor allem auf Aufklärungsdaten des US-Militärs und anderer Nato-Mitgliedsstaaten. Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland die Angriffe auf Kiew und andere Städte verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme, von denen die ukrainische Armee mehrere hat, aber nicht genügend Munition. Die US-Regierung bestritt zuletzt Vorwürfe aus Kiew, wonach militärische Informationen nicht mehr mit den Ukrainern geteilt würden.
Quellen
SRF News: Krieg in der Ukraine – Selenski: 600'000 Menschen nach Raketenangriffen ohne Strom
Blick: «Noch nie hat Russland Amerika gegenüber eine derartige Respektlosigkeit gezeigt»
zentralplus: Erneut russische Angriffe auf Kiew
blue News: Raketen treffen Kiew – Selenskyj beklagt fehlende Vorwarnung
Nau.ch: Raketen treffen Kiew - Ukrainer beklagen fehlende Vorwarnung
blue News: Raketen treffen Kiew – Ukrainer beklagen fehlende Vorwarnung
zentralplus: Selenski beklagt fehlende Warnungen
blue News: Russischer Drohnenangriff: Zwei Tote und Verletzte in Kiew
zentralplus: Erneute Drohnenangriffe auf Kiew
Nau.ch: Russischer Drohnenangriff: Ein Toter und Verletzte in Kiew