Juso-Präsidentin: Jugendstreik vom 20. November ist seit dem Sommer geplant
Die Juso Schweiz plant den Jugendstreik vom 20. November nach Angaben ihrer Präsidentin Mirjam Hostetmann schon seit dem Sommer. Die Pläne stünden nicht im Zusammenhang mit den Protesten in Frankreich, sagt sie.
Auf Instagram erfolgte am 10. August ein Aufruf zu einem internationalen Jugendstreik am 20. November. Verantwortlich ist der Account «International Youth Strike», auf dessen letztem Bild die Logos linker Jugendparteien in Europa zu sehen sind, darunter jenes der Juso Schweiz. Anfang Jahr hätten sich Menschen aus Deutschland international vernetzt, um eine Jugendbewegung gegen Aufrüstung und Sparpolitik aufzubauen. Die Juso habe beschlossen, diese Bewegung zu unterstützen, so Hostetmann. Auch Aktivistinnen und Aktivisten aus der Klimastreik- und der Schulstreik-gegen-Wehrpflicht-Bewegung seien international vernetzt.
Die französischen Schulproteste, die im September begannen, hätten mit dem Jugendstreik nichts zu tun, sagt Hostetmann. Dort gehe es um das Bildungssystem, beim Jugendstreik um «die zunehmende Militarisierung in Europa bei gleichzeitigen Sparprogrammen». Juso-Vizepräsident Julien Berthod war am Wochenende in Paris, um an einem internationalen Treffen zum geplanten Jugendstreik teilzunehmen; Zeit und Ort seien bereits Mitte September festgelegt worden. Berthod sagt, er und Antonin Fournier seien «in den genehmigten Bereichen geblieben, wo die Demonstrationen friedlich verliefen». Den Vorwurf, an Ausschreitungen beteiligt gewesen zu sein, weist er zurück und spricht von Verleumdung: «Wir importieren den Zorn nicht, er ist bereits in der Schweiz.»
Die Junge SVP ist «alarmiert»; ihr Präsident Nils Fiechter bezeichnet den geplanten Streik als «grosse Gefahr für unsere innere Sicherheit». Bürgerliche Parteien verurteilen den Aufruf und fordern Distanz zur Gewalt, während die SP sich hinter friedliche Anliegen stellt. Auch die Juso beider Basel ruft zum internationalen Jugendstreik auf. Hostetmann verurteilt die Gewalt in Frankreich, die dortige Protestkultur lasse sich aber nicht mit jener in der Schweiz vergleichen. Junge Menschen sollten friedlich auf die Strasse gehen: «Man hört den jungen Menschen in der Politik zu wenig zu.»
Geplant sind Aktionen in den grossen Städten sowie an Gymnasien, Universitäten und Hochschulen in der ganzen Schweiz. Berthod nennt als Anliegen die steigenden Militärausgaben in Europa und die Kürzungen im Bildungsbereich, die im Rahmen des Budgetentlastungsprogramms 2027 sowie von den Kantonen vorgesehen sind. Das Motto lautet «Fight for our future, not their wars!». Die Proteste in Frankreich und Italien verschaffen dem Aufruf in der Schweiz zumindest kurzfristig Aufmerksamkeit.
Quellen
Basler Zeitung: Kolumne von Philipp Probst: Die Juso ruft zur Demo auf: Muss sich Basel einigeln?
20 Minuten: «Wir importieren den Zorn nicht, er ist bereits in der Schweiz»
Bajour: Jungparteien streiten über «Jugendstreik»
SRF News: Aufruf der Juso Schweiz – Jugendstreik: International vernetzt und seit Sommer geplant
Basler Zeitung: Nach Krawallen: Nicht nur in Frankreich – Juso beider Basel ruft zu internationalem Jugendstreik auf
Blick: «Die Chaoten warten nur darauf, wieder alles zu zerstören»
NZZ: Die Juso holen die «Schülerproteste» in die Schweiz
Blick: Frankreich wütet, die Juso macht mit – so reagiert die Politik
Tages-Anzeiger: Nach Krawallen in Frankreich: Juso plant Jugendstreik in der Schweiz. Jetzt reagieren andere Jungparteien
Nau.ch: Juso plant Streik – Knallt es jetzt auch in der Schweiz?
blue News: Jungsozialisten koordinieren nationalen Jugendstreik in der Schweiz
Nau.ch: Waren in Paris dabei: Jusos wollen Jugendstreik in die Schweiz holen
Blick: Jusos marschieren in Paris mit – nun planen sie Jugendstreiks in der Schweiz
20 Minuten: Schweizer Juso in Paris dabei – jetzt planen sie Demos bei uns
Tages-Anzeiger: Schwere Ausschreitungen: Schweizer Gruppen marschierten in Paris mit – und wollen den Protest in die Schweiz holen