Hacker nutzten PHP-Lücke laut Amazon schon vier Tage vor Bekanntgabe aus
Die Sicherheitslücke «php2shell» in PHP wurde laut Amazon Web Services bereits am 17. Oktober ausgenutzt, vier Tage vor der öffentlichen Bekanntgabe. In der Schweiz waren zeitweise über 100'000 Websites vom Netz.
Die PHP Foundation hatte am Mittwoch Updates für zwei kritische Sicherheitslücken veröffentlicht, die unter dem Namen «php2shell» zusammengefasst werden. Sie erlauben Angreifern, Schadcode auf Servern auszuführen und Datenbanken auszulesen. Amazon Web Services entdeckte über einen Honeypot, einen absichtlich anfälligen Webserver, Angriffsversuche bereits ab dem 17. Oktober. Wie die Angreifer so früh an die nötigen Informationen gelangten, ist unklar. AWS-Manager CJ Moses erklärte, KI ermögliche es vielen Akteuren, anfällige Systeme binnen Stunden oder Minuten anzugreifen. Die Zeit einer siebentägigen Sperrfrist sei vorbei.
Cloudflare verzeichnete laut seinem CEO im Netzwerk zunächst Tausende Angriffsversuche in den zehn Stunden vor der Bekanntgabe, danach Hunderttausende und mittlerweile Millionen. In der Schweiz nahm der Anbieter Cyon alle Kunden-Websites vom Netz; betroffen waren über 100'000 Seiten, die inzwischen wieder online sind. Kantone, Spitäler, Universitäten und Firmen nahmen ihre Websites ebenfalls vorübergehend offline, und auch Anwendungen der Bundesverwaltung waren verwundbar. Das Bundesamt für Cybersicherheit schliesst unerkannte oder nicht gemeldete Vorfälle nicht aus und analysiert die Lage weiter.
Laut Sebastian Schrittwieser von der Universität Wien funktioniert der Angriff zuverlässig, solange eine anfällige PHP-Version installiert ist. Viele Hoster hätten PHP auch dann installiert, wenn es nicht genutzt werde. Updates schlössen die Lücke, garantierten aber nicht, dass Angreifer nicht bereits im System waren; Administratoren müssten Server auf Hintertüren prüfen. Bislang gebe es keine Anzeichen, dass Passwörter oder Kreditkartendaten erbeutet wurden, sagt SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren. Synology teilte mit, nur NAS-Systeme mit bestimmten Paketen wie WordPress oder phpMyAdmin seien betroffen.
Quellen
NZZ: PHP-Panne: «Manche werden auch nach dem hundertsten Weckruf nicht wach», sagt ein Experte für Cybersicherheit
NZZ: Die Welt nach dem PHP-Chaos: Ist das Internet kaputt?
blue News: PHP2Shell: Wie Ondřej Surý das Internet rettete
NZZ: Die PHP-Lücke zeigt: Das Internet ist nicht sicher genug für das KI-Zeitalter
NZZ: Kantone, Spitäler, KMU: In der Schweiz waren Tausende Websites von der gefährlichen Sicherheitslücke betroffen
Caschys Blog: Synology: Sicherheitsupdates für PHP gegen PHP2Shell-Lücken
Blick: «Wir verkaufen unsere Sicherheit für ein bisschen Bequemlichkeit»
NZZ: Millionen von Hacker-Angriffen: So kam es zum Fiasko um die PHP-Sicherheitslücke
heise online: php2shell-Lücke: Was jetzt zu tun ist
SRF News: PHP-Schwachstellen – Was bedeutet die Sicherheitslücke für User?
Nau.ch: PHP Sicherheitslücke gefährdet möglicherweise persönliche Daten
SRF News: Cyber-Schwachstelle bei PHP – Erste Schadensbilanz: Über 100'000 Schweizer Webseiten offline
Tages-Anzeiger: Sicherheitslücke PHP2Shell: Hacker versuchen weltweit millionenfach, die PHP-Lücke auszunutzen
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20 Minuten: So betreffen dich die gefährlichen PHP-Sicherheitslücken
zentralplus: PHP: Bund sind keine Angriffe bekannt
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futurezone: Kritische PHP-Lücke: Was man als Nutzer und Webseitenbetreiber wissen muss
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futurezone: „PHP2Shell“ angeblich schon Tage vor Bekanntmachung ausgenutzt
heise online: php2shell: Updates trudeln ein, viele Webseiten offline, Angriffe laufen
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Nau.ch: PHP Sicherheitslücke: Gravierendstes Sicherheitsproblem seit Jahren
blue News: Webseiten schotten sich ab ++ Behörden warnen vor IT-Schwachstelle
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zentralplus: Sicherheitslücke in Programmiersprache
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iFun: Schwere PHP-Sicherheitslücken: Wir schalten uns kurz aus
Basler Zeitung: Akute Notlage wegen Fehler in PHP: Kritische Sicherheitslücke gefährdet den sicheren Betrieb von Webseiten weltweit
Nau.ch: Gravierende Sicherheitslücke bedroht weltweit Webseiten
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