Securitas räumt Fehler bei Arbeitszeiten ein, bestreitet aber systematische Verstösse
Die Sicherheitsfirma Securitas hat in der Zentralschweiz zwischen 2023 und 2025 rund 20'000-mal gegen das Arbeitsgesetz verstossen. Rund 900 Mitarbeitende waren betroffen und mussten zu lange Schichten arbeiten oder erhielten zu kurze Ruhezeiten.
Mitarbeitende berichten von Nachtschichten, die bis zu über 14 Stunden andauerten. In der Strafanstalt Zug etwa hielt das von Securitas gestellte Bewachungspersonal zwischen 2023 und 2025 den Höchstwert von 11 Stunden Arbeitszeit für Nachtschichten nur ein einziges Mal ein. Eine anonyme Sicherheitsarbeitskraft sagt: «Ich war teilweise so übermüdet bei der Arbeit, dass ich ein Sicherheitsrisiko war.»
Securitas räumt ein, dass die Praxis teilweise nicht mit arbeitsrechtlichen Grundsätzen und internen Werten übereinstimmt habe. Das Unternehmen behauptet jedoch, die Gesamtzahl von 20'000 Verstössen nicht nachvollziehen zu können, und hält fest: «Die Securitas AG schliesst Fehler nicht aus, hält aber klar fest, in keiner Weise gesamthaft und systematisch gegen das Arbeitsgesetz zu verstossen.» Ergriffene Massnahmen hätten dazu geführt, dass die Verstösse in den vergangenen Jahren zurückgegangen seien.
Arbeitsrechtsanwalt Denis G. Humbert sieht das anders: «Das ist Ausdruck eines systematischen Vorgehens» und fordert das Einschreiten der Behörden. Auch Kurt Pärli, Rechtsprofessor an der Universität Basel, kritisiert: «Das ist nicht mehr erklärbar mit einer Panne bei der Disposition. Diese Belastung geht weit darüber hinaus.»
Quellen
20 Minuten: «Ich war ein Sicherheitsrisiko»: Heftige Vorwürfe gegen Securitas
zentralplus: Verstösse gegen Arbeitsgesetz: Securitas in der Kritik
Nau.ch: Securitas soll Mitarbeiter zu lange arbeiten lassen
zentralplus: Tausende Verstösse gegen Arbeitsgesetz
SRF News: Missstand bei Sicherheitsfirma – So systematisch beutet Securitas ihre Mitarbeitenden aus