USA drosseln Starlink und Geheimdienstinfos für Ukraine, während Russland Energie-Waffenstillstand bricht
Präsident Trump kündigte am 11. Oktober einen Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine an. Während die Ukraine ihre Angriffe auf russische Raffinerien eingestellt hat, setzt Russland seine Luftschläge auf ukrainische Energieziele fort – und die USA reduzieren gleichzeitig ihre Unterstützung für Kiew massiv.
Nach Trumps Ankündigung des Energie-Waffenstillstands sagte Präsident Selenski noch am gleichen Abend zu, Angriffe auf russische Raffinerien und andere Anlagen auszusetzen. Bestätigte Berichte über ukrainische Angriffe auf russische Energieziele gibt es seither nicht mehr. Russland führt seine Angriffe jedoch unverändert weiter: Noch am gleichen Abend wurde ein Kraftwerk in Charkiw getroffen, seither gab es nach Angaben von Reuters mindestens sechs weitere Angriffe auf ukrainische Energieziele, darunter auch ein Wärmekraftwerk in Kiew.
Parallel zur einseitigen Waffenruhe schränken die USA ihre Unterstützung für die Ukraine ein. Nach Berichten der «Financial Times» kommt es zu massiven Einschränkungen beim Starlink-System, das für die Steuerung von Aufklärungs-, Abfangs- und Angriffsdrohnen eine Schlüsselrolle spielt. Ukrainische Verbände berichten von Geschwindigkeitsproblemen: Bei Geschwindigkeiten über 160 Stundenkilometern bricht das Signal ab, andere Einheiten berichten von Verbindungsverlusten ab etwa 60 Kilometern pro Stunde. Unklar ist, wer hinter den Drosselungen steckt. Während einige ukrainische Offizielle vermuten, dass Elon Musks Starlink-Firma von der Trump-Regierung angewiesen wurde, deuten Berichte über Geschwindigkeitseinschränkungen auch bei Starshield – dem militärischen Starlink-Ableger, der vom US-Kriegsministerium kontrolliert wird – auf ein direktes Involvement der Trump-Regierung hin.
Zusätzlich soll die US-Regierung seit Beginn der einseitigen Waffenruhe die ukrainischen Truppen nicht mehr mit Geheimdienstinfos zu bevorstehenden russischen Angriffen beliefern. Ein ranghoher Vertreter der ukrainischen Regierung berichtete gegenüber AFP am Mittwoch: «Zum zweiten Mal haben uns die Amerikaner nicht über den Start russischer Raketen informiert, als unser Energiesektor attackiert wurde.» Die USA bestritten diesen Vorwurf.
Quellen
Tages-Anzeiger: Russland - Ukraine: Die Ukraine ist abhängig von Elon Musks Gnaden
Berner Zeitung: Elon Musk und Starlink: Die Ukraine ist abhängig vom Mann, der mit Mausklick in Kriege eingreifen kann
20 Minuten: Starlink und Intel gedrosselt: Lässt Trump Kiew jetzt hängen?
NZZ: Die Ukraine gerät unter massiven Druck der USA: Einschränkungen beim Starlink-Internet behindern den Kampf gegen Russland