SpaceX drosselt Starlink-Dienste für ukrainisches Militär ohne Vorwarnung
Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat nach Angaben des ukrainischen Präsidentenberaters Serhij Beskrestnow die militärische Version des Satellitennetzwerks Starlink für die ukrainische Armee eingeschränkt. Die Geschwindigkeit des «Militärpakets» wurde auf 160 Kilometer pro Stunde begrenzt, was zum Scheitern mehrerer Missionen geführt hat.
Beschrestnow teilte mit, dass SpaceX das ukrainische Militär nicht über die Drosselung informiert habe. Er führte das Limit auf die «aktuelle politische Situation» zurück. Auch der frühere Berater im ukrainischen Verteidigungsministerium, Serhij Sternenko, hatte bereits auf die Einschränkungen hingewiesen.
Die Beschränkung betrifft das «StarShield»-Paket, das das ukrainische Militär unter anderem zur Fernsteuerung von Drohnen nutzt. Diese fliegen in der Regel schneller als 160 Kilometer pro Stunde, weshalb die Verbindung bei gedrosselter Geschwindigkeit ausfallen könnte. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt gefordert, Starlink-Verbindungen auch über russischem Territorium freizuschalten, bisher sind die Dienste nur über ukrainischem Gebiet aktiviert.
Der polnische Aussenminister Radoslaw Sikorski kritisierte SpaceX-Chef Elon Musk auf X scharf: «Hey, Elon Musk, grosser Mann, spielst du mal wieder Politik mit deinen Produkten?» Als europäische Kunden hätten sie Musk im Blick. Sikorski war bereits im März 2025 mit Musk aneinandergeraten, nachdem dieser behauptet hatte, die Ukraine hätte ohne Starlink den Krieg bereits verloren. Sikorski entgegnete damals, Polen zahle rund 44 Millionen Euro jährlich für Starlink-Kapazitäten der Ukraine.
Medienberichten zufolge könnten stockende US-Vermittlungen zwischen der Ukraine und Russland hinter der Drosselung stecken. Washington hatte der Ukraine zuletzt angedroht, die Weitergabe von militärischen Aufklärungsdaten zu stoppen, falls Kiew nicht kompromissbereiter werde. Selenskyj warf den USA am Dienstag mehrfach vor, Kiew nicht rechtzeitig vor russischen ballistischen Raketenangriffen zu warnen.
Quellen
Nau.ch: Neuer ukrainischer Vorwurf: Wurde Starlink gedrosselt?
heise online: Ohne Vorwarnung von SpaceX: Ukraine beklagt plötzliche Starlink-Beschränkungen
zentralplus: Starlink für Ukraine eingeschränkt