SpaceX drosselt Starlink für ukrainisches Militär auf 160 km/h
SpaceX hat nach ukrainischen Angaben die militärische Version des Satellitennetzwerks Starlink für die Ukraine ohne Vorwarnung eingeschränkt. Die Geschwindigkeit wurde auf 160 Kilometer pro Stunde begrenzt, was Kampfeinsätze beeinträchtigt und zum Scheitern mehrerer Missionen geführt hat.
Präsidentenberater Serhij Beskrestnow teilte mit, dass die Einschränkungen das «Militärpaket» der Dienste von StarShield betreffen. Das ukrainische Militär sei nicht über die Drosselung informiert worden. Beschrestnow führte das Limit auf die «aktuelle politische Situation» zurück. Zuvor hatte bereits der Ex-Berater im Verteidigungsministerium, Serhij Sternenko, auf die Einschränkungen hingewiesen.
Das ukrainische Militär nutzt Starlink unter anderem, um Drohnen bei ihrem Zielanflug fernzusteuern. Diese fliegen in der Regel schneller als 160 Kilometer pro Stunde. Bei gedrosselter Geschwindigkeit könnte die Verbindung zur Drohne ausfallen. Selenskyj hatte zuletzt gefordert, Starlink-Verbindungen für die ukrainische Armee über russischem Territorium freizugeben; bisher sind die Dienste nur über ukrainischem Gebiet freigeschaltet.
Elon Musk äusserte sich auf der Plattform X und schrieb, Starlink sei ein kommerzieller Dienst und dürfe darum nur zivil oder zur Verteidigung genutzt werden. Für offensive militärische Aktionen dürfe Starlink nicht zum Einsatz kommen. Der polnische Aussenminister Radoslaw Sikorski kritisierte Musk scharf: «Hey, Elon Musk, grosser Mann, spielst du mal wieder Politik mit deinen Produkten?» und kündigte an: «Als deine europäischen Kunden haben wir dich im Blick.»
Hintergrund für die Drosselung könnten seit langem stockende US-Vermittlungen zwischen der Ukraine und Russland sein. Medienberichten zufolge hatte Washington zuletzt auch angedroht, die Weitergabe von militärischen Aufklärungsdaten zu stoppen, falls Kiew nicht kompromissbereiter werde. Selenskyj warf den USA am Dienstag mehrfach vor, Kiew nicht rechtzeitig vor russischen ballistischen Raketenangriffen zu warnen.
Quellen
zentralplus: Musk äussert sich zu Starlink-Nutzung
Tages-Anzeiger: Krieg in der Ukraine: 39 Raketen, 120 Drohnen – und keine Vorwarnung aus den USA
Nau.ch: Neuer ukrainischer Vorwurf: Wurde Starlink gedrosselt?
heise online: Ohne Vorwarnung von SpaceX: Ukraine beklagt plötzliche Starlink-Beschränkungen
zentralplus: Starlink für Ukraine eingeschränkt