Tesla präsentiert neuen Roadster mit Kaltgas-Düsen und Ansaugsystem – Produktion 2028 geplant
Tesla hat den neuen Roadster auf einem Testgelände in Waco, Texas vorgestellt. Der Sportwagen kann dank Kaltgas-Triebwerken und einem aktiven Ansaugsystem kurze Flugmanöver durchführen und soll 2028 in Produktion gehen.
Bei der Präsentation demonstrierte ein Prototyp spektakuläre Manöver: Das Auto fuhr kopfüber an einer Rampe entlang, sprang über geparkte Tesla-Modelle und führte Drehbewegungen in der Luft aus. Die Demonstration fand ohne Fahrer im Fahrzeug statt.
Tesla bietet drei Varianten an: Die «Performance»-Version beschleunigt in 1,6 Sekunden von 0 auf 60 mph (rund 97 km/h) und erreicht etwa 338 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die «Thrust»-Ausführung mit zusätzlicher Kaltgasunterstützung benötigt weniger als eine Sekunde für den gleichen Sprint und erreicht über 370 km/h. Die «Rocket»-Variante ist als Einsitzer konzipiert und nur auf Einladung erhältlich. Alle Modelle nutzen einen Heckantrieb mit zwei Elektromotoren, die zusammen über 1000 kW (rund 1340 PS) leisten und über 1400 Nm Drehmoment erzeugen. Das Fahrzeuggewicht beträgt knapp 1700 Kilogramm.
Das aktive Ansaugsystem besteht aus vier elektrisch angetriebenen Ventilatoren mit je 20 kW Leistung, die einen Unterdruck erzeugen, während bewegliche Schürzen den Bereich unter dem Fahrzeug abdichten. Dies soll bereits bei niedrigen Geschwindigkeiten zusätzlichen Anpressdruck erzeugen und Querbeschleunigungen von über 2 g ermöglichen. Die «Thrust»-Version besitzt einen 200-Liter-Druckbehälter für Stickstoff mit bis zu 690 bar Druck. Die «Rocket»-Ausführung erhält einen zusätzlichen 400-Liter-Behälter und sechs weitere Düsen zur Fahrzeugsteuerung. Das Befüllen der insgesamt 600 Liter fassenden Druckbehälter dauert derzeit sechs bis sieben Stunden; Tesla arbeitet an einer Verkürzung auf etwa 30 Minuten.
Für die Reservierung der «Thrust»-Version verlangt Tesla 250'000 Franken (in den USA 250'000 Dollar), zahlbar in zwei Tranchen: 5000 Franken sofort und weitere 245'000 Franken innerhalb von zehn Tagen. Für die «Performance»-Version ohne Düsen werden 50'000 Franken fällig. Die «Rocket»-Variante ist nur auf Einladung erhältlich. Auf der Tesla-Website wird angegeben, dass der 5000-Franken-Betrag vollständig zurückerstattet werden kann.
Das Fliegen ist im öffentlichen Strassenverkehr nicht zugelassen. Die «Rocket»-Ausführung wird möglicherweise nicht in allen Regionen verfügbar sein. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA betonte, dass Hersteller die Federal Motor Vehicle Safety Standards (FMVSS) einhalten müssen und kündigte an, die Entwicklung zu beobachten. Tesla unterscheidet zwischen Varianten für Strassenzulassung («road ready») und reinen Rennstrecken- oder Demonstrationseinsatz («race ready», «not approved for public road use»).
Elon Musk erklärte, der Roadster solle das letzte Tesla-Fahrzeug sein, das noch von Menschen gefahren werde. Musk führt neben Tesla auch die Raumfahrtfirma SpaceX, die die Kaltgasdüsen entwickelt hat. Bei Tesla rückt Musk den Fokus auf autonomes Fahren und humanoide Roboter statt des heutigen Autoverkaufs in den Mittelpunkt.
Experten äussern Skepsis gegenüber der Serienreife des Konzepts. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research in Bochum sagte, das Auto komme nicht auf die Strasse und das Konzept sei unrealistisch. Experten weisen auch darauf hin, dass die bei der Präsentation gezeigten Beschleunigungskräfte von 2 G für durchschnittliche Menschen desorientierend wirken würden – Kampfpiloten trainieren jahrelang für solche Kräfte. Einige Beobachter vermuten, dass die Präsentation mit Hilfskonstruktionen wie einem Leiterrahmen arbeitet. Musk bewies damit erneut, dass er nicht nur ein Technik-Freak, sondern auch ein Marketing-Genie sei, der zeige, dass es mit einer Kombination von Tesla und SpaceX spannende Dinge geben könne.
Quellen
ecomento.de: Tesla Roadster: Angaben zu Leistung, Batterie und Kaltgasdüsen
auto motor und sport: NHTSA warnt Tesla vor Regelverstößen: Ist der fliegende Roadster wirklich straßentauglich?
NZZ: Ein fliegender Raketen-Tesla: Warum Elon Musks neuste Ankündigung ein genialer Marketing-Gag ist
auto motor und sport: Tesla Roadster saugt sich am Asphalt fest: So funktioniert die Technik, die ihn fliegen lässt
20 Minuten: Kommt der fliegende Tesla zu uns?
Blick: Kann der neue Tesla-Roadster wirklich fliegen?
electrive.net: Spektakulärer Prototyp: Tesla Roadster soll 2028 kommen
iFun: Neun Jahre später: Tesla zeigt fliegenden Roadster
Nau.ch: Teslas Sportwagen hebt ab
Tages-Anzeiger: Neuer Roadster von Tesla: Elon Musk zeigt fliegenden Sportwagen
NZZ: Tesla enthüllt fliegenden Sportwagen mit Raketenantrieb
NZZ: Neuer Tesla Roadster: Elon Musk bricht die Gesetze der Physik
SRF News: Fliegendes Auto – Teslas neuer Roadster hebt ab – dank Raketendüsen
ecomento.de: Tesla enthüllt neuen Roadster mit Raketendüsen und „Flugfunktion“
heise online: Tesla Roadster II vorgestellt: Ganz schön abgehoben - Raketentechnik sei Dank
Blick: Der neue Tesla-Roadster fliegt!
Blick: Der neue Tesla kann fliegen
20 Minuten: Neuster Tesla soll dank Gas-Düsen kurze Strecken «fliegen» können
futurezone: Musk hält tatsächlich sein Versprechen: Tesla Roadster kann fliegen
auto motor und sport: Tesla Roadster hebt ab: Er kann tatsächlich fliegen
Nau.ch: Tesla zeigt Sportwagen mit Raketendüsen
blue News: Tesla Roadster hebt nach jahrelanger Verzögerung ab
blue News: Tesla zeigt Sportwagen mit Raketendüsen
Caschys Blog: Tesla Roadster: Neuauflage mit SpaceX-Triebwerken soll 2028 starten