Sechs Männer und eine Frau wollen Parmelin beerben – Aeschi lässt Entscheid offen
Sechs Männer und eine Frau wollen die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin antreten. SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi, den die SVP Kanton Zug nominiert hat, hat seinen Entscheid noch nicht bekannt gegeben.
Die SVP Kanton Zug reichte die Unterlagen für Aeschi am Freitagmorgen ein, wenige Stunden vor Ablauf der Frist um 12 Uhr. Parteipräsident Philip C. Brunner sagte, die Partei sei «unter Zugzwang geraten», um Aeschi «einen Slot zu sichern». Aeschi habe bisher weder zu- noch abgesagt; Brunner zeigte sich «zuversichtlich». Aeschi wird wie die anderen Kandidierenden zu Gesprächen vor der Findungskommission eingeladen. Er kündigte «intensive Gespräche» mit seiner Familie, seiner Fraktion und Politikern anderer Parteien an. Als Mitglied der Findungskommission tritt er bis zur Wahl am 9. Dezember in den Ausstand.
Neben Aeschi kandidieren die Walliser Franz Ruppen, Staatsrat, und Michael Graber, Nationalrat. Beide gaben ihre Kandidatur am Freitag an einer gemeinsamen Medienkonferenz in Bern bekannt. Graber rechne sich «intakte Chancen» aus, von der SVP offiziell nominiert zu werden. Aus der lateinischen Schweiz kandidieren die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz, der Tessiner Ständerat Marco Chiesa und der Berner Regierungsrat Pierre Alain Schnegg. Amaudruz ist die einzige Frau. Nathalie Rickli und Thomas Matter haben abgesagt. Die SVP Kanton Zürich verzichtet darauf, einen Wahlvorschlag einzureichen.
FDP-Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher nannte in der «Samstagsrundschau» Aeschis Zögern «nicht gerade ein Empfehlungsschreiben». Sie habe jedoch Verständnis, da Aeschi 2015 bereits erfolglos kandidiert hatte und im dritten Wahlgang Guy Parmelin unterlag. Sie hoffe, dass er «relativ schnell» entscheide. Die Rangelei, die sich Aeschi und Graber mit Sicherheitspersonal im Bundeshaus lieferten, sei «nicht für einen Pluspunkt für die beiden Kandidaten». Ob dies noch eine Rolle spiele, müsse die Findungskommission entscheiden.
Vincenz-Stauffacher hält an ihrer Forderung fest, dass das Ticket der SVP-Fraktion eine Person aus der Romandie oder dem Tessin enthält, und erwartet mindestens ein Zweierticket. Die SVP-Bundeshausfraktion nominiert die Kandidierenden für das offizielle Ticket am 20. November.
Quellen
SRF News: FDP-Spitze zu Bundesratswahl – Zögern vor der Kandidatur «nicht gerade ein Empfehlungsschreiben»
Blick: Herr Aeschi, gelten für Sie Sonderregeln?
zentralplus: Thomas Aeschi schweigt zur Kandidatur – aus gutem Grund
zentralplus: Warum Thomas Aeschi zögern könnte
Nau.ch: So erklärt SVP Zug Aeschis Kandidatur ohne dessen Zusage
zentralplus: Aeschi prüft Bundesratskandidatur
Nau.ch: «Zugzwang»: So erklärt SVP Zug Aeschis Kandidatur ohne dessen Zusage
Nau.ch: SVP Zug nominiert Thomas Aeschi – wird er kandidieren?
zentralplus: SVP Zug nominiert Thomas Aeschi für Bundesrat
blue News: SVP Zug nominiert Aeschi – doch will er Bundesrat werden?
Blick: Aeschi soll Bundesrat werden – zögert aber noch