Die Erde steuert laut UNO bis Ende des Jahrhunderts auf 2,8 Grad Erwärmung zu
Die Erde steuert laut einem Bericht der Vereinten Nationen mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik bis Ende des Jahrhunderts auf eine Erwärmung von 2,8 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu. Das liegt weit über dem angestrebten 1,5-Grad-Ziel.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Prognose verschlechtert: Damals lag sie bei bis zu 2,5 Grad. Gehen alle Länder davon aus, ihre angekündigten Klimaschutzmassnahmen tatsächlich umzusetzen, würde sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um 2,6 Grad erwärmen. Dies liegt laut dem Bericht vor allem am Rückzug der USA, die sich unter Präsident Donald Trump vollständig von ihren Klimaschutzplänen verabschiedet haben. Da die USA nach China der zweitgrösste Verursacher von Treibhausgasen sind, schlagen sich solche Veränderungen direkt in den weltweiten Schätzungen nieder. Zudem seien Daten zum bisherigen Ausstoss nach oben korrigiert worden.
Selbst im optimistischsten Szenario, in dem alle Länder ihre Klimapläne einhalten und ihre Klimaneutralitätsziele erreichen, würde sich die Erde bis 2100 um 2,1 Grad erwärmen. Das Ziel von 1,5 Grad gilt noch nicht offiziell als gerissen, da dafür die 1,5-Grad-Grenze langfristiger überschritten werden müsste. Der EU-Klimawandeldienst Copernicus verzeichnet für die Jahre 2023 bis 2025 erstmals für einen Dreijahreszeitraum eine durchschnittliche Erwärmung von mehr als 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter. Experten gehen mittlerweile überwiegend davon aus, dass das Ziel nicht gehalten werden kann.
Der Bericht zeigt, wie stark die Emissionen sinken müssten: um 18 Prozent bis 2030, um 45 Prozent bis 2035 und um 69 Prozent bis 2040, jeweils verglichen mit dem Niveau von 2025. Würden die Länder alle geplanten Massnahmen umsetzen, würden die Emissionen laut UNO-Berechnung bis 2030 nur um bis zu 8 Prozent und bis 2035 um bis zu 15 Prozent sinken. Zudem müssten grosse Mengen CO2 der Atmosphäre entzogen werden.
UNO-Generalsekretär António Guterres betonte anlässlich des Berichts: «Eine Überschreitung bedeutet keine Kapitulation. Wir können sie immer noch so gering und so kurz wie möglich halten – und die Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts wieder unter 1,5 Grad senken.» Die Inger Andersen, Direktorin des UN-Umweltprogramms (UNEP) mit Sitz in Nairobi, warnte, dass jeder Bruchteil eines Grades über 1,5 Grad das Risiko für tödliche Fluten, Hitzewellen und Waldbrände erhöhe, wie sie in diesem Jahr viele Länder erlebt hätten.
Quellen
Tages-Anzeiger: Düstere Prognose: Klimaziel in Gefahr: Erde steuert laut UNO auf 2,8 Grad Erwärmung zu
SRF News: Klimadaten – UNO: Erde erwärmt sich bis Ende Jahrhundert um 2.8 Grad
NZZ: Die Erde steuert laut den Vereinten Nationen auf 2,8 Grad Erwärmung zu
20 Minuten: Erde steuert laut UN auf 2,8 Grad Erwärmung zu
blue News: UNO warnt: Erde steuert auf 2,8 Grad Erwärmung zu
Nau.ch: Erde steuert laut UN auf 2,8 Grad Erwärmung zu
blue News: Erde steuert laut UN auf 2,8 Grad Erwärmung zu