In den USA werden KI-gesteuerte Lieferroboter zunehmend angegriffen
In den USA kommt es immer häufiger zu Attacken auf autonome Lieferroboter. Hinter den Angriffen stecken Ängste vor Jobverlust durch künstliche Intelligenz, aber auch Frustration über blockierte Trottoirs und Verkehrschaos.
Wütende Passanten treten, stoßen und schlagen die KI-gesteuerten Roboter, die Essen ausliefern. Videos solcher Vorfälle verbreiten sich in sozialen Medien wie TikTok. Ein in Sacramento, Kalifornien, aufgezeichnetes Video zeigt drei Männer, die einen Roboter umwerfen und auf ihn eintreten.
Derzeit sind rund 5000 Lieferroboter in den USA im Einsatz. In einigen Jahren sollen es 8000 sein, später bis zu 500'000. Die Branche erwirtschaftet bereits mehr als 5 Milliarden Dollar pro Jahr. In Chicago unterzeichneten über 3000 Einwohner eine Petition, in der die Stadt aufgefordert wurde, die Roboter zu verbieten.
Psychologin Lindsay Oullette von der LaSalle-Universität führte eine Umfrage durch: Einer von fünf Studierenden sagte, er würde einen Roboter attackieren, wenn man ihm dafür 100 Dollar geben würde. Stadträtin Eunisses Hernandez von Los Angeles interpretiert die Angriffe als politischen Protest: «Die Menschen haben das Gefühl, abgehängt zu werden.» Oft erhoffen sich die Vandalen Aufmerksamkeit in sozialen Medien.
Die Roboter verursachen auch praktische Probleme: Sie blockieren Krankenwagen, verstopfen Trottoirs und kollidieren mit Zügen. Obwohl vorsätzliche Beschädigung von fremdem Eigentum strafbar ist, kommt es selten zu Polizeieinsätzen wegen Vandalismus gegen Roboter. Das liegt daran, dass Roboter keine Meldung an Behörden senden können und Polizeibehörden ihre Ressourcen auf andere Straftaten konzentrieren.
Robotikunternehmen versuchen, die Ängste zu beschwichtigen. Coco Robotics teilt mit, dass auf zehn Droiden eine menschliche Arbeitskraft im Ingenieurwesen entfalle. In Europa gab es bisher nur vereinzelte Pilotversuche mit Lieferrobotern etwa in Finnland, Schweden oder der Schweiz, die aber teilweise auch für Kontroversen sorgten.
Quellen
20 Minuten: Aus Angst um Jobs greifen Menschen Lieferroboter an
20 Minuten: Sie bringen Burger, kassieren Prügel: Mehr Angriffe auf Roboter
futurezone: Hass auf KI: Wie Lieferroboter attackiert werden