Life Forestry Switzerland pleite – 6000 Anleger bangen um 200 Millionen Franken
Die Nidwaldner Firma Life Forestry Switzerland ist bankrott. Rund 800 Schweizerinnen und Schweizer sowie über 6000 Kunden in ganz Europa haben insgesamt etwa 200 Millionen Franken in Teakbaumplantagen in Costa Rica und Ecuador investiert und fürchten um ihr Geld.
Das Geschäftsmodell der LFS sah vor, dass Kunden junge Teakbäume kauften, während die Firma sich um Unterhalt, Ernte und Verkauf kümmern sollte und dafür 15 Prozent des Verkaufserlöses erhielt. Den Investoren wurden Jahresrenditen bis zu 12 Prozent in Aussicht gestellt. Viele Anleger erhielten diese versprochenen Erträge jedoch nie.
Geschäftsführer und seit 2017 Eigentümer und alleiniger Verwaltungsrat ist Carl-Lambert Liesenberg, 62 Jahre alt, der in der Zentralschweiz lebt. Die Nidwaldner Staatsanwaltschaft führt Strafverfahren gegen ihn und eine weitere Person wegen Verdachts auf Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung und Konkursdelikte. Fünf Hausdurchsuchungen wurden durchgeführt. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Recherchen zeigen, dass die Teakbäume existieren, sich aber nicht im Besitz der LFS befinden. In Costa Rica gehören sie zwei lokalen Firmen – eine wird von Liesenberg mitgeführt, die andere von einem Geschäftspartner. Die 200 Millionen Franken flossen nicht nur an diese Firmen: Die Abschlussbilanz der LFS von 2023 verzeichnet Darlehen in Höhe von 25 Millionen Franken an Liesenbergs andere Unternehmen in der Schweiz und Tansania sowie an Geschäftspartner in Ecuador. 3,6 Millionen Franken gingen an Liesenberg persönlich.
Liesenberg verteidigte sich in einer Medienmitteilung und betont, dass die Kunden weiterhin Eigentümer der Bäume sind und daher ihr investiertes Geld nicht verloren haben. Von der Insolvenz seien nur Bewirtschaftung, Ernte und Verkauf betroffen. Er gibt an, dass 4000 Kunden neue Verträge mit einem ehemaligen Mitarbeiter geschlossen hätten, der sich nun um die Bewirtschaftung kümmere.
In Deutschland, wo die meisten Kunden der LFS leben, hat sich die Justiz mehrmals mit der Firma beschäftigt. Das Landgericht Frankfurt an der Oder befand im Oktober 2025, dass das Geschäftsmodell der LFS von vornherein «auf Täuschung und Schädigung der Kunden» ausgelegt war. Der Bundesgerichtshof bestätigte, dass deutsche Anleger Recht auf Rückzahlung ihrer investierten Beträge haben.
Quellen
20 Minuten: Tausende bangen um ihr Geld: Schweizer Teakholz-Firma geht pleite
SRF News: 200 Millionen Franken – Investition in Teakbäume – Tausende Anleger fürchten um ihr Geld