Nestlé wächst im dritten Quartal stärker als erwartet und streicht Russland aus der Bilanz
Nestlé hat im dritten Quartal organisch um 4,0 Prozent zugelegt und damit die Erwartungen von Analysten übertroffen. Gleichzeitig nimmt der Konzern sein Russlandgeschäft per Ende September 2026 aus der Konzernrechnung, wodurch Vermögenswerte von rund 1,6 Milliarden Franken aus der Bilanz fallen.
Das interne Realwachstum, das die verkaufte Menge misst, erreichte im dritten Quartal 2,8 Prozent, nach 1,8 Prozent im zweiten und 1,2 Prozent im ersten Quartal. Die Preiserhöhungen trugen 1,1 Prozentpunkte zum organischen Wachstum bei. Analysten hatten im Schnitt ein organisches Wachstum von 3,5 Prozent und ein Mengenwachstum von 1,7 Prozent erwartet. In den ersten neun Monaten blieb der Umsatz mit 65,87 Milliarden Franken praktisch auf Vorjahresniveau, organisch wuchs der Konzern in diesem Zeitraum um 3,7 Prozent.
Für Schwung sorgten das Wassergeschäft mit einem organischen Wachstum von 12,3 Prozent, begünstigt durch den heissen Sommer in Europa, sowie das Tierfuttergeschäft mit 5,3 Prozent. Gut liefen auch Nahrungsmittel und Snacks mit Marken wie Maggi und Kitkat. In China beschleunigte sich das Wachstum auf 4,2 Prozent, wobei eine niedrige Vergleichsbasis half. Schwach blieb das Geschäft mit Babynahrung und Nahrungsergänzungsmitteln. Die Absatzmengen legten in allen Weltregionen und in allen global geführten Geschäftsbereichen zu.
Konzernchef Philipp Navratil, der seit gut einem Jahr im Amt ist, hat nachhaltiges Mengenwachstum zur obersten Priorität erklärt. Dazu will er stärker in erfolgreiche Marken, Werbung und Innovationen investieren und den Konzern gleichzeitig schlanker machen. Die Preise werden laut Navratil produktweise erhöht und erst als letzter Schritt nach Effizienz- und Sparprogrammen. Das Management bestätigte die Jahresziele 2026: ein organisches Wachstum von 3 bis 4 Prozent und eine Verbesserung der bereinigten operativen Marge gegenüber dem Vorjahreswert von 16,1 Prozent.
Zum Russlandgeschäft begründete Nestlé den Schritt damit, dass der Konzern derzeit keine Kontrolle über die Leitung der Geschäfte in Russland hat. Die dortigen Gesellschaften wurden von den russischen Behörden unter eine vorübergehende externe Verwaltung gestellt. Die Folgen für das bereinigte Geschäftsergebnis 2026 sollen laut Konzern begrenzt bleiben.
Quellen
SRF News: Umbau von Nestlé – Wie weit wird Nestlé die Preise noch erhöhen, Philipp Navratil?
Blick: Nestlé streicht Russland-Geschäft aus Bilanz – Milliarden-Vermögenswerte betroffen
zentralplus: Nestlé entkonsolidiert Russlandgeschäft
Tages-Anzeiger: «Derzeit keine Kontrolle»: Quartalszahlen: Nestlé nimmt Russlandgeschäft aus der Bilanz
NZZ: Nestlé überrascht mit starkem Wachstum
Nau.ch: Nestlé gewinnt beim Wachstum an Tempo
blue News: Nestlé gewinnt beim Wachstum an Tempo