Einkommenslücke zwischen jungen Frauen und Männern in der Schweiz auf 14 Prozent gesunken
Junge Frauen in der Schweiz verdienen trotz ihres Bildungsvorsprungs weiterhin weniger als Männer. Eine neue Studie zeigt aber: Die Einkommenslücke ist deutlich geschrumpft – beim Jahrgang 1995 beträgt sie noch 14 Prozent, beim Jahrgang 1965 waren es noch 55 Prozent.
Die Studie der Universität Lausanne und des sozialwissenschaftlichen Kompetenzzentrums Fors wurde am Dienstag in der Zeitschrift «Social Change in Switzerland» veröffentlicht. Die Forscher Daniel Oesch und Oliver Lipps werteten Daten von über 215'000 Personen im Alter von 25 bis 34 Jahren aus den Schweizerischen Arbeitskräfteerhebungen von 1991 bis 2024 aus.
Auch bei der Erwerbsbeteiligung und der Arbeitszeit näherten sich die Geschlechter an: Der Unterschied bei der wöchentlichen Arbeitszeit sank von 17 Stunden auf weniger als vier Stunden. Beim standardisierten Stundenlohn ging die Differenz von fast 20 auf unter fünf Prozent zurück.
Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die Bildungsumkehr. Im Jahr 2025 verfügten in der Schweiz 54 Prozent der jungen Frauen über einen Tertiärabschluss, aber nur 48 Prozent der jungen Männer. Frauen rücken zudem zunehmend in Berufe mit höherem Lohnpotenzial vor. Im internationalen Vergleich mit Frankreich, Schweden, Grossbritannien und den USA weist die Schweiz beim Jahrgang 1995 die kleinste Einkommenslücke auf.
Eine wichtige Trennlinie bleibt die Elternschaft. Bei Kinderlosen sank der Einkommensrückstand der Frauen zwischen den Jahrgängen 1965 und 1995 von 27 auf sieben Prozent. Bei Eltern verringerte er sich zwar ebenfalls, blieb aber mit 51 Prozent deutlich grösser.
Quellen
Tages-Anzeiger: Unterschiede bei den Geschlechtern: Schweiz besser als Schweden: Für die Jungen ist die Lohngleichstellung fast erreicht
Nau.ch: Junge Frauen trotz Bildungsvorsprung beim Einkommen im Rückstand
blue News: Junge Frauen trotz Bildungsvorsprung beim Einkommen im Rückstand