Weisses Haus fordert US-Botschafterin Guilfoyle nach Korruptionsvorwürfen zum Rücktritt auf
Das Weisse Haus hat die US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle, zum Rücktritt aufgefordert. Dies geschah nach Berichten über mutmassliches Fehlverhalten, darunter die Bitte an einen Trump-Spender um 100'000 Dollar zur Begleichung von Kreditkartenschulden.
Die Sprecherin des Weissen Hauses, Katie Zacharia, bestätigte am Dienstag die Aufforderung zum Rücktritt. «Wir haben Botschafterin Guilfoyle gebeten zurückzutreten», sagte sie. «Sie war eine grossartige Bereicherung für das Team, und wir wünschen ihr alles Gute.» Nähere Angaben zur Personalie machte Zacharia nicht.
Das «Wall Street Journal» hatte zuvor mehrfach über fragwürdiges Verhalten Guilfoyles berichtet. Demnach soll die 57-Jährige unmittelbar vor ihrer Anhörung zur Bestätigung als Botschafterin den Trump-Spender Eric Deters gebeten haben, eine Kreditkartenrechnung bei American Express in Höhe von 100'000 Dollar zu übernehmen. Im Gegenzug habe sie ihm Zugang zu Regierungsvertretern versprochen. Deters soll das Geld so überweisen sollte, dass die Überweisung nicht nachvollziehbar wäre. Zudem soll Deters Guilfoyle um Hilfe gebeten haben, um die Aufmerksamkeit der Trump-Regierung auf persönliche steuerliche und rechtliche Angelegenheiten zu lenken, und ihr im Erfolgsfall Zahlungen von bis zu einer Million Dollar versprochen haben. Deters zufolge kam es allerdings nie zu einer Zahlung.
Weitere Vorwürfe gegen Guilfoyle lauten, dass sie einen Vertreter ihres Gastlandes bedroht und unangemessene Geschenke angenommen haben soll. Die Anwälte Guilfoyles, David Schwartz und Jesse Binnall, bestritten ein Fehlverhalten. Bei dem Geld, um das sie Deters gebeten habe, handele es sich um noch nicht bezahlte öffentliche Auftritte und Redeveranstaltungen aus der Zeit vor ihrer Nominierung zur Botschafterin. Guilfoyle bestreitet laut ihrem Anwalt die Echtheit der vom «Wall Street Journal» veröffentlichten Nachrichten.
US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Montag seinen Unmut geäussert. «Wir sind nicht zufrieden», sagte er auf die Frage, ob er die Entlassung der Botschafterin in Betracht ziehe. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, dass die US-Regierung diesen Schritt in Erwägung ziehe. Guilfoyle war einst mit Donald Trump Jr., dem ältesten Sohn des Präsidenten, verlobt.
Quellen
NZZ: «Honey, please!», so bettelte Kimberly Guilfoyle bei einem Trump-Geldgeber um 100 000 Dollar. Aufstieg und Fall eines Sterns im Trump-Orbit
blue News: Nach Vorwürfen: Trump trennt sich von Botschafterin in Athen
blue News: Skandal-Botschafterin Kimberly Guilfoyle muss gehen
zentralplus: US-Botschafterin in Griechenland weg
Tages-Anzeiger: US-Botschafterin in Griechenland: Weisses Haus entlässt Kimberly Guilfoyle nach Korruptionsvorwürfen
Berner Zeitung: US-Botschafterin in Griechenland: Weisses Haus trennt sich von Kimberly Guilfoyle nach Korruptionsvorwürfen
Nau.ch: Nach Vorwürfen: Trump trennt sich von Botschafterin in Athen
20 Minuten: Trump fordert Griechenland-Botschafterin zum Rücktritt auf
Tages-Anzeiger: US-Botschafterin in Athen: Donald Trump droht offen mit Entlassung von Kimberly Guilfoyle
20 Minuten: Trump erwägt Abberufung von US-Botschafterin in Griechenland
Tages-Anzeiger: AP-Quellen: USA erwägen Abberufung von Botschafterin in Griechenland