Reinhold Messner fordert Zeitfenster-Buchungen für Besuche in den Dolomiten
Bergsteigerlegende Reinhold Messner verlangt, dass Besucher der Dolomiten künftig vorab ein Zeitfenster buchen müssen, um den Massenansturm auf die Alpen zu begrenzen.
In einem Interview sagte Messner: «Die Berge sind zu einer Konsumware geworden. Die Touristen müssen besser verteilt werden.» Er kritisiert vor allem die Rolle von Social Media: Viele Tagestouristen reisten nur für ein einziges Foto an bestimmte Hotspots und verliessen die Region danach gleich wieder. Das sorge für Stau und belaste die Umwelt, während die lokalen Betriebe kaum Einnahmen hätten.
Messner schlägt ein digitales Zugangssystem vor, ähnlich wie in den Nationalparks in Nordamerika. Wer bestimmte Gebirgsgruppen besuchen wolle, solle vorab ein festes Zeitfenster buchen müssen. Ist eine Region voll ausgelastet, sollen Gäste auf andere Zeiträume oder weniger besuchte Gebiete ausweichen. Weniger Touristen will Messner damit nicht erreichen, sondern eine gleichmässigere Verteilung über das ganze Jahr und das gesamte Dolomitengebiet. Zudem befürchtet er, dass der Alpinismus ausstirbt: Junge Leute trainierten heute in Kletterhallen an Kunststoffwänden, «aber das ist kein Alpinismus».
Quellen
20 Minuten: Zu viele Foto-Touristen: Bergsteigerlegende will Buchungspflicht
Blick: Reinhold Messner fordert Zeit-Slots in den Bergen