Zürcher Wohnungsmarkt zeigt erste Entspannungstendenzen bei Mieten und Leerständen
Der Zürcher Wohnungsmarkt entspannt sich nach Jahren der Knappheit leicht: Die Leerwohnungsquote im Kanton ist gestiegen, und die Mietpreise wachsen deutlich langsamer. Die Zürcher Kantonalbank führt diese Entwicklung auf geringere Zuwanderung und mehr Bautätigkeit zurück.
Die Leerwohnungsquote im Kanton Zürich stieg von 0,48 auf 0,52 Prozent, wie das Immobilienbarometer der Zürcher Kantonalbank (ZKB) für das dritte Quartal 2026 zeigt. Die Zahlen basieren auf der Leerwohnungszählung des Bundesamts für Statistik mit Stichtag 1. Juni. In der Stadt Zürich selbst stehen 17 Wohnungen mehr leer als im Vorjahr, die Leerwohnungsziffer liegt dort bei 0,11 Prozent. Schweizweit sank die Quote hingegen von 1,01 auf 0,93 Prozent.
Bei den Angebotsmieten liess der Preisdruck nach. In der Stadt Zürich beträgt der monatliche Anstieg noch 1,5 Prozent, nachdem die Wachstumsraten 2024 zeitweise über 10 Prozent gelegen hatten. Ursina Kubli, Leiterin Immobilien-Research bei der ZKB, sagt: «Von Entwarnung kann zwar keine Rede sein, doch der Markt bewegt sich weg von der maximalen Knappheit.» Sie führt die Entwicklung auf weniger Zuwanderung 2026 und erhöhte Bautätigkeit zurück. Ein dritter Faktor sei die angestaute Nachfrage: Viele junge Menschen hätten in den letzten Jahren auf einen Umzug verzichtet. Kubli warnt aber: «In Zürich herrscht immer noch eine besonders ausgeprägte Wohnraumknappheit.»
Beim Wohneigentum zeigt sich ein anderes Bild. Die Eigenheimpreise im Kanton Zürich stiegen im dritten Quartal um 1,6 Prozent. Die ZKB erwartet für das Gesamtjahr 2026 einen Preisanstieg von 2,5 Prozent, für 2027 von 2,0 Prozent. Schweizweit dürfte sich das Preiswachstum von 4,0 auf 2,5 Prozent abschwächen. Zugleich rechnet die Bank wegen steigender Energiekosten mit höheren Leitzinsen im kommenden Jahr. Der hypothekarische Referenzzinssatz könnte in der zweiten Jahreshälfte 2027 wieder steigen, was sich erhöhend auf die Mieten bestehender Wohnungen auswirken könnte.
Quellen
Tsüri: Mieten sollen weniger krass steigen, in Zürich bleibt die Lage aber angespannt
Tages-Anzeiger: Studie zum Wohnungsmarkt: «Mögliche Trendwende»: Die Zeit rasant steigender Mieten scheint vorerst vorbei
NZZ: Die ZKB erkennt auf dem Zürcher Wohnungsmarkt erste Anzeichen einer Trendwende in Richtung Entspannung – auch dank KI
Nau.ch: Zürcher Wohnungsmarkt zeigt erste Anzeichen von Entspannung