Das EDA bestätigt die Freilassung der Schweizer Geisel Claudia Abbt aus Niger
Das Schweizer Aussendepartement EDA hat die Freilassung der 69-jährigen Schweizerin Claudia Abbt bestätigt, die im Niger entführt worden war. Zusammen mit der 76-jährigen Österreicherin Eva Gretzmacher ist sie nach rund anderthalb Jahren in der ostlibyschen Stadt Bengasi eingetroffen.
Die beiden Frauen lebten in Agadez, einer Stadt am Rand der Sahara im Norden Nigers. Gretzmacher war 1997 dorthin gezogen und hatte fast drei Jahrzehnte lang mit Jugendlichen gearbeitet. Am Abend des 11. Januar 2025 drangen bewaffnete Männer in ihr Haus ein und zwangen sie in einen Geländewagen. Abbt wurde am 13. April 2025 zu Hause verschleppt. Sie ist mit einem Nigrer verheiratet und hat die Organisation Tellit gegründet, die Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker unterstützt. Berichten zufolge wurden die beiden im Grenzgebiet zwischen Niger und Mali festgehalten. Der Islamische Staat in der Grösseren Sahara (ISGS) reklamierte die Entführungen für sich und veröffentlichte Ende April 2025 ein Foto von Gretzmacher.
In Libyen wurde mitgeteilt, der stellvertretende Oberbefehlshaber Saddam Haftar habe sich auf Bitten der Familien für die Freilassung eingesetzt. In einem Video wirkten die beiden Frauen erschöpft. Sie sassen unter einem Porträt von Marschall Khalifa Haftar und bedankten sich auf Französisch bei ihren Befreiern. Abbt sagte: «Jetzt bin ich froh, frei zu sein, und danke Marschall Khalifa Haftar und seinem Sohn, General Saddam Haftar, für alles, was sie für meine Freilassung getan haben.»
Das EDA bestätigte, dass Abbt in Bengasi von Schweizer Mitarbeitenden der Bundesverwaltung in Empfang genommen und medizinisch betreut wurde. Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes macht das EDA keine weiteren Angaben. Bundesrat Ignazio Cassis schrieb auf X, er sei erleichtert, dass die Schweizerin nach mehr als eineinhalb Jahren wieder in Freiheit sei, und dankte allen beteiligten Stellen im In- und Ausland. Das EDA hatte nach Bekanntwerden des Falls eine Task Force gebildet, der unter anderem das Bundesamt für Polizei Fedpol, der Nachrichtendienst des Bundes sowie weitere Bundesstellen und kantonale Behörden angehörten. Mit Österreich habe sich die Schweiz von Anfang an regelmässig ausgetauscht.
Libyen ist seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 gespalten. Zwei rivalisierende Regierungen ringen um die Macht: die von der UNO anerkannte Regierung von Abdelhamid Dbeibah mit Sitz in Tripolis und eine Regierung im Osten des Landes, die vom mächtigen Marschall Khalifa Haftar und dessen Umfeld kontrolliert wird.
Quellen
SRF News: In Libyen eingetroffen – EDA bestätigt: Schweizer Geisel aus Niger befreit
Blick: Entführte Schweizerin (69) ist endlich frei
NZZ: Schweizer Geisel aus Niger befreit
Tages-Anzeiger: 18 Monate in NIger: Entführte Schweizerin ist nach anderthalb Jahren wieder frei
blue News: Europäische Geiseln aus Niger sollen freigelassen werden
20 Minuten: Schweizer Geisel (69) kommt nach 18 Monaten frei
SRF News: In Libyen eingetroffen – Schweizer und österreichische Geisel aus dem Niger befreit
SRF News: In Libyen eingetroffen – Schweizer und österreichische Geisel aus Niger befreit
blue News: Schweizerin nach Entführung in Niger freigelassen und in Libyen eingetroffen
Nau.ch: Schweizerin nach Entführung in Niger wieder freigelassen
zentralplus: Schweizer Geisel in Niger freigelassen