Lindenhof-Besetzung hinterlässt 2,2 Tonnen Abfall und Schäden für bis zu 40'000 Franken
Die Besetzung des Zürcher Lindenhofs am letzten Augustwochenende hat der Stadt erhebliche Kosten verursacht. Der Stadtrat beziffert die Reinigungskosten auf 35'000 bis 40'000 Franken, hauptsächlich wegen Sprayereien auf denkmalgeschützten Bauten.
Die Besetzerinnen und Besetzer hinterlassen 2,2 Tonnen Abfall. Die Kosten entstehen vor allem durch Graffiti-Entfernungen, die auch Eingriffe in die historische Bausubstanz denkmalgeschützter Häuser erfordern. Einige private Eigentümer sind von den Sprayereien betroffen, haben aber teilweise noch keine Strafanzeige gestellt.
Der Stadtrat verzichtete aus Gründen der Verhältnismässigkeit auf polizeiliche Interventionen und Personenkontrollen. Deshalb können die Kosten niemandem in Rechnung gestellt werden. Die verantwortlichen Personen hinter der Besetzung sind der Stadt nicht namentlich bekannt. 23 Lärmklagen gingen bei der Polizei ein, es wurden aber keine Bussen wegen Lärmbelästigung ausgestellt.
Parallel zur Lindenhof-Besetzung befasste sich der Stadtrat auch mit dem «Postsquat», der geduldeten Besetzung eines ehemaligen Postgebäudes in Wipkingen. Dieses gehört seit dem 1. Mai 2026 der Stadt Zürich. Mit den Besetzerinnen und Besetzern wurde eine Vereinbarung ausgearbeitet, die Nutzung und Personenbelegung festhalten. Brandschutzkontrollen fanden im März und August 2026 statt; mindestens jährliche Kontrollen sind vorgesehen. Jugendschutzkontrollen werden hingegen nicht durchgeführt, da «das notwendige Polizeiaufgebot für eine sicher durchführbare Kontrolle in keinem Verhältnis zum möglichen Delikt» stünde.
Quellen
Tsüri: Wie viel kosten Besetzungen? Zürcher Stadtrat zieht Bilanz
Tages-Anzeiger: Besetzung in Zürich: Lindenhof-Besetzer hinterlassen 2,2 Tonnen Abfall und Schäden für 40’000 Franken
Nau.ch: Besetzer des Zürcher Lindenhofs hinterlassen 2,2 Tonnen Abfall