Hunderttausende protestieren in Frankreich für höhere Löhne – auch Schulen beschädigt
Bei einem landesweiten Protesttag der Gewerkschaften haben in Frankreich Hunderttausende für höhere Löhne demonstriert. Laut Innenministerium waren es 575’000 Menschen; bei Ausschreitungen gab es 448 Festnahmen.
Kurz gesagt
- Laut Innenministerium nahmen 575’000 Menschen teil, der Gewerkschaftsbund CGT spricht von 1,6 Millionen.
- In Toulouse drangen Randalierer in eine Schule ein und legten Feuer; in Lille musste ein Gymnasium nach einem Brand evakuiert werden.
- Im Pariser Vorort La Courneuve verpasste ein junger Mann einem Schüler einen Messerstich.
- Die CFDT-Chefin Marylise Léon fordert eine Erhöhung des Mindestlohns um 100 Euro netto pro Monat.
- Die Regierung prüft, den Mindestlohn über die für Januar 2027 vorgesehene Erhöhung hinaus anzuheben.
Hintergrund
Die seit Wochen andauernden Sozialproteste wurden bisher von Schüler- und Studentenorganisationen und der Gelbwestenbewegung getragen; es ging um bessere Schulen, Polizeigewalt und hohe Lebenshaltungskosten. Zuvor hatte die Regierung nach wochenlangen Blockaden von Gymnasien ein Ende des Hochschulzulassungssystems Parcoursup in seiner jetzigen Form angekündigt. Für den Protesttag setzten die Behörden 70’000 Beamte ein, um Ausschreitungen wie Mitte Oktober zu verhindern.
So hat sich das Thema entwickelt
- 4. Nov. 2026: Frankreichs Gewerkschaften rufen zum Generalstreik gegen Sozialkürzungen auf
- 5. Nov. 2026: Regierung prüft höheren Mindestlohn; 70.000 Polizisten im Einsatz
- 5. Nov. 2026: Regierung gibt Diesel-Reserven frei und berät über Parcoursup
- 5. Nov. 2026: Protestzüge formieren sich in Frankreich
- 5. Nov. 2026: Regierung prüft Anhebung des Mindestlohns über Januar 2027 hinaus
- 5. Nov. 2026: Protestzüge formieren sich in mehreren Grossstädten
- 5. Nov. 2026: Regierung prüft höheren Mindestlohn, Protestzüge in mehreren Städten
- 5. Nov. 2026: Hunderttausende demonstrieren, Polizei setzt Tränengas ein
- 5. Nov. 2026: Unbekannte setzen Schule bei Toulouse mit Feuerwerkskörpern in Brand
- 5. Nov. 2026: Bei den Protesten werden 448 Menschen festgenommen
- 5. Nov. 2026: Innenministerium zählt 575’000 Teilnehmende und 86 Brandstiftungen
Wo sich die Quellen unterscheiden
Die Teilnehmerzahlen gehen auseinander: Das Innenministerium nennt 575’000 Menschen, der Gewerkschaftsbund CGT spricht von 1,6 Millionen Teilnehmenden landesweit.
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