Im Kongo ruft die Gesundheitsgewerkschaft trotz Ebola-Ausbruch zum Generalstreik auf
In der Demokratischen Republik Kongo hat die Gewerkschaft des Gesundheitswesens zu einem landesweiten Generalstreik aufgerufen, obwohl der Osten des Landes mit einem massiven Ebola-Ausbruch kämpft. Der Streik dürfte Folgen für Patienten haben.
Die Gewerkschaft begründet den Schritt mit Forderungen nach Gehaltserhöhungen, besseren Arbeitsbedingungen und Gefahrenzulagen. Die Regierung sei den Forderungen während Verhandlungen nicht entgegengekommen, hiess es von der Gewerkschaft. Nach Angaben von Gewerkschaftskoordinator Damien Muhindo findet der Streik auch in den von Ebola betroffenen Regionen statt. Vorgesehen sei lediglich eine Mindestversorgung für Ebola-Behandlungszentren, die sich mit stark reduzierter Kapazität auf Notfallversorgung und Isolierstationen beschränke.
Muhindo bestätigte, dass der Streik wichtige Bereiche wie die Diagnose, die Kontaktnachverfolgung sowie die Testung von antiviralen Therapieverfahren und eines Impfstoffs einschränken werde.
Im Ostkongo wurden laut den Behörden seit Mitte Mai bereits 9144 Ebola-Fälle im Labor bestätigt, 4410 Menschen sind an Ebola gestorben. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC spricht vom am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch der Geschichte.
Bereits im August hatten Dutzende kongolesische Gesundheitsarbeiter in einigen der betroffenen Regionen für pünktliche Lohnzahlungen gestreikt. Sie beklagen, seit Beginn des Ausbruchs weder Gehälter noch Prämien erhalten zu haben. Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.
Quellen
Nau.ch: Gesundheitspersonal streikt trotz Ebola-Ausbruch im Kongo
blue News: Gesundheitspersonal streikt trotz Ebola-Ausbruch im Kongo