El-Niño-Ereignis wird historisch stark – Schweizer Winter bleibt unvorhersehbar
Das aktuelle El-Niño-Ereignis im tropischen Pazifik ist bereits jetzt historisch und wird bis Dezember seinen Höhepunkt erreichen. Für den Schweizer Winter lassen sich daraus aber keine verlässlichen Vorhersagen ableiten.
Laut Schweizer Meteorologen ist es bereits jetzt historisch – noch nie seit Beobachtungsbeginn wurde ein stärkeres Ereignis registriert. Das Phänomen wird sich weiter verschärfen und im Dezember voraussichtlich seinen Höhepunkt erreichen.
Weltweit könnte El Niño erhebliche Auswirkungen haben: Die WMO erwartet in vielen Weltgegenden überdurchschnittlich hohe Temperaturen und durch veränderte Niederschlagsmuster je nach Region ein erhöhtes «Risiko für Dürren und Überflutungen». Meteorologe Peter Wick betont jedoch, dass sich daraus für die Schweiz keine verlässlichen Vorhersagen ableiten lassen. El Niño beeinflusse zwar die grossräumigen Strömungsverhältnisse, «aber der Weg vom Pazifik bis zu uns nach Mitteleuropa ist ziemlich weit und kompliziert». Entscheidend für das Schweizer Wetter seien vor allem die Positionen grosser Hoch- und Tiefdruckgebiete sowie des Jetstreams.
Besonders bei Schneeprognosen ist Wick zurückhaltend: «Ob es im Mittelland schneit oder regnet, hängt oft an wenigen Grad.» In den Bergen könne auch ein insgesamt milder Winter grosse Schneemengen bringen, wenn genügend feuchte Luft vorhanden sei. Langfristig zeigen Klimatrends zwar, dass milde Winter heute wahrscheinlicher seien als vor einigen Jahrzehnten, «das bedeutet aber keineswegs, dass es nicht auch längere Kältephasen oder kräftige Schneefälle geben kann». Ob El Niño den Schweizer Winter tatsächlich spürbar beeinflusse, werde man «möglicherweise erst im Nachhinein beurteilen können».
Quellen
Blick: Dieser El Niño ist historisch!
20 Minuten: Godzilla-El-Niño: So könnte er unseren Winter beeinflussen