Papst Leo XIV. wird wegen Lungenkrebs operiert und bricht mit Geheimniskrämerei
Bei Papst Leo XIV. ist ein Teil eines Lungenflügels wegen eines bösartigen Tumors entfernt worden. Der Vatikan informierte die Öffentlichkeit mit beispielloser Offenheit – ein radikaler Bruch mit der früheren Praxis, Erkrankungen des Papstes geheim zu halten.
Der Befund wurde wenige Stunden nach Ende des Eingriffs in einer Medienmitteilung des Vatikans publik gemacht – schnörkellos und nüchtern, weder dramatisierend noch verniedlichend. Der Papst hatte die Gläubigen am Sonntag am Ende seines traditionellen Angelus-Gebets auf dem Petersplatz selbst über die bevorstehende Operation informiert.
Bei dem diagnostizierten Tumor handelt es sich um ein Adenokarzinom. Die Entfernung eines Teils eines Lungenflügels ist im Falle dieser Diagnose die Standardbehandlung. Die Ärzte stufen den Fall als Frühstadium ein, weshalb die Heilungschancen nach erfolgreicher Operation als gut bis sehr gut gelten. Der Papst soll nach dem 20. Oktober seine Aufgaben wieder wahrnehmen und Anfang November wie geplant nach Südamerika reisen.
Papst Leo XIV. bricht damit radikal mit einer langen Tradition. Jahrhundertelang galt der Gesundheitszustand des Papstes als Tabu. Noch nach der Jahrtausendwende wurde die Parkinson-Krankheit von Papst Johannes Paul II., die bereits 1991 diagnostiziert worden war, erst 2003 offiziell bekannt gemacht. Mit dieser Geheimniskrämerei hat Leo XIV. dezidierter als sein Vorgänger Franziskus gebrochen.
Eine Gläubige sagte: «Der Papst ist einer wie du und ich. Manchmal geht es uns besser, manchmal schlechter.» Ein Mann meinte: «Der Papst zeigt uns, dass er nichts Besonderes ist. Er ist einer von uns.»
Quellen
Tages-Anzeiger: Lungenkrebs wie beim Papst: Warum Lungenkrebs oft unbemerkt bleibt – und was beim Papst anders war
SRF News: Diagnose Lungenkrebs – «Der Papst ist einer wie du und ich»