Jede sechste erwachsene Person in der Schweiz zahlt mehr als ein Drittel fürs Wohnen
Laut einer Umfrage des Vergleichsdiensts Comparis geben 16 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz mehr als ein Drittel ihres Bruttoeinkommens fürs Wohnen aus. Bei den Mieterinnen und Mietern sind es 22 Prozent.
Die gängige Faustregel besagt, dass die Brutto-Wohnkosten nicht mehr als ein Drittel des Bruttoeinkommens betragen sollten, sonst droht eine Armutsfalle. Besonders Geringverdienende sind betroffen: Bei einem Bruttohaushaltseinkommen von bis zu 4000 Franken geben 36 Prozent mehr als ein Drittel fürs Wohnen aus, bei einem Einkommen von über 8000 Franken sind es 6 Prozent. Comparis-Immobilienexperte Harry Büsser sagt: «Die Drittelregel ist kein Naturgesetz, aber sie ist ein wichtiger Warnwert.»
Der monatliche Medianlohn in der Schweiz beträgt laut Comparis aktuell 7024 Franken. Gemäss der Drittelregel dürften die Wohnkosten dann höchstens 2341 Franken betragen. Tatsächlich zahlt ein Viertel der Erwachsenen mehr als 2000 Franken pro Monat fürs Wohnen, bei den Mietenden sind es 30 Prozent. Bei den Immobilienbesitzerinnen und -besitzern sind die Kosten oft tiefer: 50 Prozent geben weniger als 1500 Franken aus, bei den Mietenden sind es 36 Prozent. Unter 1000 Franken liegen 27 Prozent der Eigentümer, aber nur 11 Prozent der Mietenden.
Auch 7 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer liegen über der Drittelmarke. Banken rechnen bei der Tragbarkeitsprüfung in der Regel mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 Prozent, während zehnjährige Festhypotheken laut Comparis derzeit ab rund 1,6 Prozent erhältlich sind. Büsser betont: «Die 7 Prozent bedeuten nicht automatisch, dass beim Kauf falsch gerechnet wurde. Eine Tragbarkeitsrechnung ist immer eine Momentaufnahme.» Wer dauerhaft über der Drittelgrenze liege, müsse bei anderen Budgetposten sparen, möglicherweise bei Gesundheit oder Vorsorge.
Die repräsentative Befragung fand im August bei 1038 Personen statt. In Leserkommentaren zu den Ergebnissen kritisieren viele die hohen Kosten, andere sehen die Verantwortung bei den Betroffenen selbst.
Quellen
Blick: «Viele Mieter tappen nicht in die Falle – sie werden hineingetrieben»
Tages-Anzeiger: Umfrage zur Mietkostenfalle: In der Schweiz gibt jede sechste Person zu viel fürs Wohnen aus
blue News: Jede sechste Person in der Schweiz gibt zu viel Geld für Wohnen aus
Nau.ch: Wohnen sprengt Budget: Jeder Fünfte gibt zu viel für die Miete aus
20 Minuten: Wohnkostenfalle: Jeder Sechste missachtet die Drittelregel
Blick: Jeder 6. Schweizer macht beim Wohnen diesen grossen Fehler