In Tibet suchen 350 Rettungskräfte nach dem Erdbeben weiter nach Opfern
Bei einem Erdbeben der Stärke 7,0 in der chinesisch kontrollierten Region Tibet sind nach offiziellen Angaben mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen, 54 wurden verletzt. Die Such- und Rettungseinsätze laufen weiter.
Das Beben hatte sich am Donnerstag um 22.33 Uhr Ortszeit (16.33 Uhr Schweizer Zeit) ereignet. Nach Angaben des US-Geologischen Dienstes (USGS) lag das Epizentrum in einer Bergregion im Kreis Baqing, der zur Stadt Nagqu gehört, in einer Tiefe von zehn Kilometern. Seither wurden mehrere Nachbeben registriert. Mit einer Stärke von 7,0 ist es das stärkste Beben in China in diesem Jahr und das stärkste in der Region seit fünf Jahren.
Laut den Behörden wurden mehr als 330 Häuser und 20 Ställe beschädigt. Die Regierung entsandte 350 Feuerwehr-Rettungskräfte und 83 Fahrzeuge in das Katastrophengebiet. Elf der Verletzten befinden sich in kritischem Zustand. Im Verwaltungsgebäude der Gemeinde entstanden Risse in den Wänden, wie der stellvertretende Gemeindevorsteher Lhawang Dagpo berichtete. Im Hauptort des Kreises waren Strom und Telekommunikation beeinträchtigt. Die Behörden aktivierten die zweithöchste Katastrophenschutzstufe.
Staatschef Xi Jinping forderte, alle Kräfte für die Rettungsarbeiten und die medizinische Versorgung zu mobilisieren, und die Zahl der Toten und Verletzten so gering wie möglich zu halten. In Chinas sozialen Medien kursierten Aufnahmen von Überwachungskameras, die wackelnde Regale in Supermärkten und zitternde Deckenlampen zeigten. Staatsfernsehen zeigte Videos, auf denen Menschen panisch aus einem Restaurant stürmten.
Das Gebiet gilt als dünn besiedelt und liegt im Schnitt auf rund 4800 Metern Höhe. Meteorologen erwarteten in Teilen der Region Schneefall. Das Erdbeben ist Teil der häufigen Beben in der Region, die durch die Kollision der indischen und der eurasischen Erdplatte verursacht werden. Ende August hatte eine Sturzflut im Südwesten der Autonomen Region einen Grenzposten begraben und sich anschliessend nach Nepal ergossen; auf beiden Seiten der Grenze kamen dabei insgesamt etwa 1450 Menschen ums Leben, mehr als 5500 galten Anfang Oktober als vermisst. Im Januar 2025 hatte ein Beben der Stärke 6,8 im Kreis Tingri mindestens 126 Menschen getötet.
Quellen
20 Minuten: Mindestens 16 Tote: Schweres Erdbeben erschüttert Tibet
NZZ: Bei einem Erdbeben in Tibet kommen mindestens 16 Personen ums Leben
Nau.ch: 16 Tote bei Erdbeben in Tibet - Rettungseinsatz läuft
blue News: 16 Tote bei Erdbeben in Tibet – Rettungseinsatz läuft
SRF News: Erdbeben mit Stärke 7,0 – Mindestens 16 Menschen sterben in der Region Tibet
zentralplus: Schweres Erdbeben erschüttert Tibet
20 Minuten: Schweres Erdbeben fordert mindestens 16 Todesopfer in Tibet
Blick: Hier wütet das heftige Erdbeben in Tibet
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