Neue Beratungsstelle «hatehelp» hilft Erwachsenen bei digitaler Gewalt
Seit Dienstag bietet die Beratungsstelle «hatehelp» Erwachsenen in der Deutschschweiz erste Hilfe bei digitaler Gewalt. Die Erstberatung ist kostenlos und anonym.
Digitale Gewalt umfasst Beleidigungen, Bedrohungen, Belästigungen und Blossstellungen im Netz, etwa Hasskommentare oder das Teilen intimer Bilder und Videos ohne Einverständnis. Gesamthafte Zahlen für Erwachsene in der Schweiz gibt es nicht. Im Cybersorgenmonitor 2025 gaben 14 Prozent der befragten Erwachsenen an, schon einmal online belästigt worden zu sein. Die Umfrage erfasst allerdings nur Belästigungen auf Onlineplattformen. Eine im Februar veröffentlichte deutsche Studie kommt zum Ergebnis, dass in den vergangenen fünf Jahren jede fünfte Frau und jeder siebte Mann digitale Gewalt erlebt hat. Für die Schweiz dürften die Zahlen ähnlich hoch sein. Knapp ein Viertel der 18- bis 29-Jährigen wurde schon online belästigt.
Beschimpfungen, üble Nachrede, Verleumdung, Drohungen und Nötigung sind auch im Netz strafbar, ebenso die öffentliche Hetze gegen Menschen wegen Ethnie, Religion oder sexueller Orientierung. Seit Juli 2024 ist es strafbar, sexuelle Bilder oder Videos ohne Zustimmung der abgebildeten Person weiterzuleiten oder zu veröffentlichen. Seit Anfang 2026 gibt es eine eigene Strafnorm gegen Stalking. Wer sich im Netz als andere Person ausgibt, um ihr zu schaden, macht sich wegen Identitätsmissbrauchs strafbar.
Betroffene sollten zuerst Beweise sichern, bevor sie Inhalte melden, löschen oder Absender blockieren. Screenshots sollten Datum, Uhrzeit, den Namen der veröffentlichenden Person und die Internetadresse (URL) zeigen. Vertrauenspersonen können helfen, Nachrichten im Blick zu behalten, sodass Betroffene belastende Inhalte nicht ständig selbst anschauen müssen.
Bei intimen Bildern oder Videos, die ohne Zustimmung veröffentlicht wurden oder mit deren Veröffentlichung gedroht wird, kann das kostenlose Angebot Stop NCII helfen. Betroffene erstellen dort einen digitalen Fingerabdruck der Inhalte. Dieser wird an teilnehmende Plattformen wie Facebook, Instagram oder Tiktok weitergegeben, die Inhalte mit demselben Fingerabdruck entfernen oder gar nicht erst online gehen lassen können. Das Angebot richtet sich an Erwachsene.
Quellen
Bajour: Beratungsstelle für Opfer digitaler Gewalt
Bajour: Neues Angebot für Betroffene von digitaler Gewalt
zentralplus: Neue Anlaufstelle bei Online-Gewalt
SRF News: Digitale Gewalt – Beleidigt, bedroht, blossgestellt: Was tun bei Gewalt im Netz?
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