EU-Kommission akzeptiert Änderungsvorschläge von Temu nach 200-Millionen-Euro-Strafe
Die EU-Kommission hat die Änderungsvorschläge des chinesischen Online-Marktplatzes Temu nach der Strafe von 200 Millionen Euro vorläufig akzeptiert. Temu muss die Massnahmen nun innerhalb von vier Monaten umsetzen.
Auslöser war ein Beschluss der Kommission vom Mai 2026. Die Behörde warf Temu vor, Konsumenten nicht genügend vor illegalen Produkten zu schützen und die Risiken auf der Plattform zu unterschätzen. Das sei ein schwerer Verstoss gegen den Digital Services Act (DSA). Bei Testkäufen im Jahr 2025 seien viele Artikel durchgefallen: Ladegeräte hätten grundlegende Sicherheitstests nicht bestanden. Bei einem «hohen Prozentsatz» der getesteten Babyspielzeuge seien Chemikalien-Grenzwerte überschritten worden oder es habe Erstickungsgefahr durch abnehmbare Teile bestanden.
Temu hat sich bereiterklärt, die Risikobewertung auf seinem Marktplatz künftig auf aktuelle und verlässliche Daten zu stützen und genau auf den eigenen Dienst zuzuschneiden. Auch der eigene Empfehlungsalgorithmus soll geprüft werden. Mit belastbaren Kennzahlen muss das Unternehmen belegen, ob seine Schutzmassnahmen die Verbreitung illegaler Produkte tatsächlich verringern. Zudem muss Temu offenlegen, wo automatische und manuelle Kontrollen von Händlerangeboten an Grenzen stossen, und untersuchen, wie Händler Funktionen der Plattform gezielt ausnutzen, um illegale Angebote zu verbreiten.
Die vorläufige Risikobewertung muss Temu innerhalb der vier Monate vorlegen und soll einen Sechsmonatszeitraum bis zum 30. November 2026 abdecken. Damit will die Kommission nachprüfen, ob die zugesagten Schritte wie vereinbart greifen. Sollte sie entscheiden, dass Temu nicht genug zur Einhaltung der EU-Regeln tut, kann sie nach der Millionenstrafe auch tägliche Strafzahlungen anordnen. Das Verfahren gegen Temu läuft seit knapp zwei Jahren.
Quellen
Caschys Blog: Temu: EU-Kommission akzeptiert Aktionsplan nach DSA-Verstößen
zentralplus: Temu geht gegen unsichere Produkte vor
heise online: Gegen illegale Waren: Temu muss Empfehlungs-Algorithmen transparent machen
Nau.ch: Was Temu nach 200 Millionen Euro EU-Strafe ändern will
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