Im Tessin startet eine Spendenkampagne zur 13. AHV-Rente – Stiftung wirbt bei Rentnern

Im Tessin startet der «Generationenfonds» eine Spendenkampagne, bei der AHV-Bezügerinnen und -Bezüger einen Teil oder die gesamte 13. AHV-Rente spenden können. Parallel wirbt die neu gegründete Fondation Chance 13 bei gut situierten Seniorinnen und Senioren um Spenden.

Die Fondation Chance 13 richtet sich an Seniorinnen und Senioren, die finanziell gut aufgestellt sind und auf die zusätzliche Zahlung verzichten können. Wer sie nicht benötigt, soll den Betrag freiwillig der Stiftung überweisen. Die Stiftung leitet die Gelder an gemeinnützige Organisationen weiter. Erste Partner sind Pro Senectute und Pro Juventute. Pro Senectute soll die Spenden in einen Fonds fliessen lassen, der ältere Menschen in akuten Notlagen unkompliziert unterstützt. Pro Juventute soll Projekte für Kinder und Jugendliche fördern, etwa im Bereich Ausbildung.

Gegründet wurde die Stiftung vom Luzerner Unternehmer und Vorsorgeexperten Jörg Odermatt und vom Bankier Karl Reichmuth. Beide zahlten je 150'000 Franken aus dem eigenen Vermögen ein. In den ersten Jahren rechnen sie mit Spendeneinnahmen von einer bis zwei Millionen Franken. Sie argumentieren, Spenden über die Stiftung könnten zielgerichteter eingesetzt werden als direkte Spenden an gemeinnützige Organisationen. Zugleich betonen sie, dass viele Rentnerinnen und Rentner den Betrag dringend brauchen, und wollen niemanden unter Druck setzen. Odermatt schätzt, dass rund 25 Prozent aller Seniorinnen und Senioren auf die Rente verzichten könnten. «Wir hoffen auf den Dominoeffekt», sagt er. Die Stiftung ist erst seit Kurzem im Handelsregister eingetragen. Erste Zahlen zu den Spenden dürften nach der Auszahlung im Dezember vorliegen.

Im Tessin lädt der «Generationenfonds» (Fondo Patto Generazionale) AHV-Bezügerinnen und -Bezüger ein, einen Teil oder den gesamten Betrag der 13. AHV zu spenden. Mit dem Geld sollen Projekte unterstützt werden, die benachteiligte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Tessin fördern.

Im Dezember 2026 erhalten alle Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz erstmals die 13. AHV-Rente. Sie dürfte im Durchschnitt rund 1580 Franken betragen, wobei es grosse Unterschiede zwischen Renten im In- und Ausland sowie je nach Zivilstand gibt. Im März 2024 hatten rund 58 Prozent der Stimmberechtigten einer 13. AHV-Rente zugestimmt. Am 29. November 2026 stimmt das Volk über die Finanzierung ab, die das Parlament im Juni beschlossen hat: eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte. Ausgenommen wären Lebensmittel und Medikamente. Die Kosten betragen zu Beginn über vier Milliarden Franken. Eine Erhöhung könnte frühestens Anfang 2028 in Kraft treten, weshalb es für die Auszahlungen in den Jahren 2026 und 2027 keine Zusatzfinanzierung gibt.

Quellen

SRF News: Altersvorsorge – Neue Stiftung wirbt für Spenden der 13. AHV

Nau.ch: 13. AHV-Rente: Stiftung fordert reiche Rentner zum Spenden auf

blue News: Reiche Rentner sollen ihre 13. AHV-Rente abgeben – diese Idee steckt dahinter

SRF News: 13. AHV-Rente – Stiftung fordert: Reiche Senioren sollen 13. AHV-Rente spenden

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