Danger Dan singt in Zürich, ohne dass Neonazis zu sehen sind

Der deutsche Musiker Danger Dan hat am Mittwoch sein ausverkauftes Konzert im Zürcher Volkshaus gespielt, obwohl Rechtsextreme zu Protesten dagegen aufgerufen hatten. Im Vorfeld war die Nervosität gross.

Der Künstler, der bürgerlich Daniel Pongratz heisst, nahm die Lage gelassen. Er trat auf und lancierte spontan einen «Spendenlauf».

Im Vorfeld hatte eine Zürcher Neonazigruppe zum Protest aufgerufen. Danger Dan kritisierte auf Instagram «grossmäulige und laute Milchbubis», deren Netzwerk bis zu Blood & Honour reiche. Das rechtsextreme Netzwerk ist in Deutschland seit 2000 verboten.

Die rechtsextreme Nationale Aktionsfront rief ebenfalls dazu auf, sich am Mittwochabend vor dem Volkshaus zu versammeln. Man werde das Konzert «nicht tatenlos hinnehmen» und wolle ein «klares Zeichen gegen linke Gewalt» setzen. Eine rechtsextreme Kampfsportgruppe posierte auf Social Media mit einem Banner von Blood and Honour und Combat 18. Laut der Deutschen Bundeszentrale für politische Bildung ist Combat 18 der «terroristische Arm» des Netzwerks.

Danger Dan verwies auf die Ereignisse in Tuggen vor gut einer Woche. Dort hatten Provokationen durch das Netzwerk Blood and Honour zum Tod eines Menschen geführt. Der Musiker schrieb, man schätze den Aufruf gegen ihn nicht als ernst zu nehmend ein, wolle die «aktuellen Entwicklungen in der Schweiz» aber nicht unter den Teppich kehren. «Wir haben keine Angst.»

Zudem kündigte er an, für jeden Neonazi, der tatsächlich in Zürich gegen das Konzert demonstriere, 50 Euro an eine Organisation zu spenden, die antirassistische Arbeit in Zürich leistet. Bereits im Sommer war Danger Dan vom ZDF kurz vor der Aufzeichnung der Satiresendung «Die Anstalt» ausgeladen worden. Der Sender hatte seinen Song «Keine Angst» als möglichen Aufruf zur Gewalt eingestuft.

Quellen

NZZ: Danger Dan kam, sang und sah keine Neonazis

20 Minuten: «Für jeden Neonazi spenden wir 50 Euro gegen Rassismus»

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