Junge Städterinnen und Städter stöbern vermehrt in Brockenhäusern auf dem Land

Angetrieben durch Social Media kaufen immer mehr junge Leute in Secondhand-Läden ausserhalb der Städte ein. Das Brockenhaus Turbenthal im Kanton Zürich hat wegen der veränderten Kundschaft sein Sortiment angepasst.

Das Stöbern in Secondhand-Läden, das sogenannte Thrifting, ist aus den USA und Grossbritannien bekannt, wo Influencer ihre Funde filmen. Laut dem Wiederverkaufsunternehmen Thred-Up und dem Marktforscher GlobalData wuchs der US-Secondhand-Kleidermarkt 2025 fast viermal so schnell wie der Rest der Bekleidungsbranche. In der Schweiz lassen sich die Brockenstuben vergleichbar verstehen. Unter dem Hashtag #Brocki laden Schnäppchenjägerinnen und Schnäppchenjäger Videos auf Instagram und TikTok hoch.

Eine von ihnen ist Leo, die ein Video im Brockenhaus Turbenthal aufnahm. Sie kauft nach eigenen Angaben nur noch ausserhalb von Zürich ein: «Ich gehe eigentlich nur noch in Brockenhäuser und Secondhand-Stores ausserhalb von Zürich», schreibt sie auf Anfrage. In der Stadt seien die Läden «oftmals schon durchstöbert und viel zu teuer». Als Beispiel nennt sie ein T-Shirt, das in der Stadt Zürich zehn Franken kostet, auf dem Land aber schon für drei Franken zu haben ist.

Die Geschäftsführer Dominique Hasler und Remo Eggenberger vom Brockenhaus Turbenthal beschreiben den Wandel der Kundschaft: «Früher kamen vor allem ältere Leute, Sammler und Spezialisten.» Heute kämen vermehrt junge Leute, die nicht mehr Wanduhren oder antike Möbel im Stil von Biedermeier suchten, sondern eher Retro-Kleidung. Der Trend habe vor rund zehn Jahren begonnen und sei durch Social Media befeuert worden.

Um auf die veränderte Nachfrage zu reagieren, hat das Brockenhaus seine Kleiderabteilung vergrössert. Zudem wird überlegt, künftig auf antike Schränke zu verzichten, da diese zum Ladenhüter werden.

Quellen

watson: Warum junge Stadt-Menschen vermehrt in die Brockis auf dem Land pilgern

Tages-Anzeiger: Thrifting im Kanton Zürich: Vintage-Jagd auf dem Land: Warum junge Leute Zürichs Brockis meiden

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