China bleibt trotz Entschuldigungen hart: Staats-TV zeigt weiter keine LaLiga-Spiele

Auch nach den Entschuldigungen von Mbappé und Real Madrid hat China den TV-Boykott nicht aufgehoben. Das Staatsfernsehen zeigt weiterhin keine Spiele der spanischen Liga mit dem Franzosen, und im Netz kursieren Bilder zerstörter Mbappé-Trikots und Werbefiguren.

Real Madrid hat sich nach Angaben des Klubs offiziell beim chinesischen Volk entschuldigt. Das Aussenministerium in Peking nimmt die Entschuldigung von Mbappé «ernst», wie Sprecher Guo Jiakun am Mittwoch sagte. Eine Aufhebung des Boykotts kündigte Peking aber nicht an. Der chinesische Fussballverband verlangt weiterhin eine formelle Entschuldigung von Mbappé und Real Madrid. Auch die kritischen Kommentare in den sozialen Netzwerken halten an.

Die Chinese Media Group, zu der das Staatsfernsehen CCTV gehört, hatte angekündigt, Ligaspiele und Werbung mit Mbappé nicht mehr auszustrahlen, bis sich Liga, Klub und Spieler ausreichend entschuldigt hätten. Die Getränkefirma Dongpeng, der Milchkonzern Mengniu und das Unternehmen Milkground beendeten ihre Zusammenarbeit mit dem Franzosen. Der Wert dieser Verträge wird auf fast sieben Millionen Euro jährlich beziffert. Der Ligapräsident Javier Tebas entschuldigte sich im Namen der Liga beim chinesischen Volk, traf den chinesischen Botschafter in Spanien und kündigte ein Kommunikationsprotokoll an, um ähnliche Vorfälle zu verhindern.

Im Internet kursieren Videos von verbrannten Mbappé-Trikots, zerstörten Werbefiguren und überklebten Werbeflächen. Das Meme ist ein einminütiges Deepfake-Video, das das Gesicht des Fussballers auf Fotos von Mao Zedong montiert. Als Urheber gilt ein X-Account mit dem Namen @frenchaicovers. Dieser erklärte, er habe sich gefragt, ob das Video rechtliche Folgen haben könnte, sich aber erkundigt und mache sich nun keine Sorgen mehr. «Es tut mir Leid, was nun mit Mbappé passiert. Niemand hatte böse Absichten und ich habe nicht erwartet, dass es jemals dieses Ausmass erreicht.»

Der Sportartikelhersteller On, der Mbappé im September als globalen Markenbotschafter verpflichtet hat, äussert sich zurückhaltend. Man habe «grossen Respekt vor dem chinesischen Volk» und stehe weiterhin im Dialog mit den Partnern. Die Aktie von On verlor am Dienstag zeitweise knapp sechs Prozent und schloss drei Prozent tiefer. Wie lange der TV-Boykott dauert, ist offen.

Quellen

watson: China bleibt gegenüber Mbappé weiterhin hart – Meme-Schöpfer tut es leid

Nau.ch: Kylian Mbappé: Darum verliert Real-Stürmer zwei China-Sponsoren

Tages-Anzeiger: Chinas Mbappé-Boykott: Staats-TV zeigt trotz Entschuldigung keine Ligaspiele mit Real-Stürmer

NZZ: China enerviert sich über Frankreichs Fussballstar Mbappé wegen eines Mao-Memes

Nau.ch: China nimmt Entschuldigung von On-Markenbotschafter Mbappé «ernst»

20 Minuten: Mbappé-Meme wird zur Staatsaffäre: So reagiert On

blue News: Mbappé-Affäre in China rückt auch On in den Fokus

blue News: China zeigt wegen Mbappé keine LaLiga-Spiele mehr – auch On rückt in den Fokus

Blick: Mbappé-Eklat eskaliert – jetzt schaltet sich China ein

NZZ: Weil das Internet ihn mit Mao Zedong vergleicht: Chinesische Firmen lösen Werbeverträge mit Kylian Mbappé auf

blue News: Chinesische Getränkehersteller beenden Kooperation mit Mbappé per sofort

SRF News: Werbeverträge weg – Mbappés Mao-Spruch löst weitreichende Reaktionen aus

Tages-Anzeiger: Zwei Firmen ziehen sich zurück: Chinesischer Sponsoren-Eklat um Mbappé

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