Schwache Prognose lässt Intel-Aktie um über 20 Prozent abstürzen
Der Chipkonzern Intel hat die Börse mit seiner Geschäftsprognose enttäuscht. Die Aktie verlor deutlich an Wert, weil wegen hoher Speicherpreise weniger Computer gekauft werden.
Intel rechnet für das laufende Quartal mit einem Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar. Analystinnen und Analysten hatten rund 17 Milliarden Dollar erwartet. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie sagte der Konzern 25 US-Cent voraus, erwartet worden waren 43 Cent. Im nachbörslichen Handel sank die Aktie um rund 22 Prozent. Am Freitag stürzte sie an der New Yorker Börse um über dreissig Prozent ab, während Technologieaktien insgesamt stark unter Verkaufsdruck standen. Anlegerinnen und Anleger zweifeln zunehmend daran, ob sich die hohen Ausgaben der Konzerne für Künstliche Intelligenz auszahlen.
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar, was in etwa den Erwartungen entsprach. Der Gewinn sank um 18 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar; bereinigt waren es 2,8 Milliarden Dollar, also 0,52 Dollar je Aktie nach 0,23 Dollar im Vorjahr. Das Datacenter-Geschäft wuchs um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar, das stärkste Wachstum in diesem Bereich seit 15 Jahren. Die Sparte mit PC-Prozessoren ging dagegen um 5 Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar zurück. Die Auftragsfertigung (Foundry) legte um 58 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar zu, schreibt aber weiter Verluste.
Finanzchef David Zinsner sagte, das Unternehmen stelle seit Wochen eine Abschwächung fest, weil wegen hoher Speicherpreise weniger Computer gekauft würden. Eine Besserung sei mindestens bis zum ersten Halbjahr 2027 nicht in Sicht. Konzernchef Lip-Bu Tan erklärte, der ganze Markt sei betroffen. Die Speicherpreise würden auch im gesamten kommenden Jahr ein schwerwiegendes Problem bleiben. Intel rechnet für 2027 mit einem Schrumpfen des PC-Marktes um zehn Prozent, nach einem Rückgang um zwölf Prozent in diesem Jahr. Die Speicherpreise waren wegen der Nachfrage nach Rechenzentren für Künstliche Intelligenz stark gestiegen.
Für das kommende Jahr stellte Zinsner eine Erhöhung der Ausgaben in Aussicht. In diesem Jahr investiert Intel rund 20 Milliarden Dollar in Fabriken und Ausrüstung. Die Aktie war in den vergangenen Monaten stark gestiegen, weil Anlegerinnen und Anleger auf neue Produktionsverfahren und das Geschäft mit Technik für Rechenzentren setzten.
Quellen
zentralplus: New Yorker Börse: Tech-Aktien verlieren
Caschys Blog: Intel wächst wieder
Nau.ch: Intel-Aktie stürzt nach Enttäuschung über Prognose ab
blue News: Intel-Aktie stürzt nach Enttäuschung über Prognose ab
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