Nach dem Eklat bei der UNO weisen die USA einen kubanischen Diplomaten aus

Die USA haben nach dem Wortgefecht bei der UNO in New York einen Mitarbeiter der kubanischen UNO-Delegation ausgewiesen. Die Generalversammlung hatte zuvor eine Resolution gegen das US-Embargo angenommen, allerdings mit weniger Stimmen als in früheren Jahren.

Während der Rede von US-Botschafter Mike Waltz schlugen Vertreter Kubas mehrfach mit den Händen auf die Tische und forderten eine Unterbrechung. Aussenminister Bruno Rodríguez ging auf das Rednerpult zu und warf Waltz vor, zu lügen. «Er lügt nicht nur auf arrogante Weise, sondern verletzt auch die Würde dieser Generalversammlung», sagte Rodríguez. Waltz forderte ihn auf, «Halt Abstand» zu halten, und sagte: «Ist Ihnen klar, mit wem Sie es zu tun haben? Das hier ist Amerika!» Nach dem minutenlangen Wortgefecht unterbrach der Sitzungsleiter die Sitzung.

Beim ausgewiesenen Diplomaten handelt es sich um ein Mitglied der kubanischen UNO-Delegation. Waltz hatte zuvor in einem Interview gesagt, Aussenminister Marco Rubio habe die Ausweisung eines Mannes unterzeichnet, der einen US-Diplomaten «geschubst» und versucht habe, ihn anzugreifen. Der Schritt markiert eine weitere Eskalation im ohnehin angespannten Verhältnis zwischen Washington und Havanna.

Die UNO-Generalversammlung stimmt seit 1992 jährlich über eine Resolution zur Beendigung des seit mehr als 60 Jahren bestehenden US-Embargos ab. Die Resolution ist nicht bindend. Offenbar hatten US-Vertreter bei anderen Ländern stark dafür lobbyiert, die Resolution abzulehnen. Waltz hatte vor den Ländervertretern scharfe Kritik an der kubanischen Führung seit Fidel Castro geübt.

Kuba erhält kein Öl mehr, weder aus Venezuela noch aus Mexiko, weshalb auf der Insel seit Anfang 2026 kaum noch Strom produziert wird. Die USA lassen zwar wieder Benzinlieferungen zu, um den Privatsektor zu stützen, doch das Benzin ist für viele Menschen zu teuer. Die Inflation ist hoch, der Tourismus praktisch zusammengebrochen. Laut der WHO mussten im Mai mehr als 100'000 Operationen verschoben werden.

Quellen

SRF News: Delegationen mit Wortgefecht – Eklat bei der UNO – USA und Kuba geraten heftig aneinander

blue News: Vertreter der USA und Kubas zoffen sich vor der Uno

20 Minuten: «Sie sind ein Lügner!» – Streit zwischen USA und Kuba eskaliert

Nau.ch: «Halt Abstand!» - USA und Kuba geraten bei UN aneinander

Tages-Anzeiger: Wortgefecht in New York: «Halt Abstand»: US-Botschafter Waltz gerät mit Kubas Aussenminister aneinander

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